Passivität und ein “kleinlicher” Schiedsrichter bringen Austria in die Bredouille

Von David Mayr
Petar Filipović (l.) und die Austria sind nach der Last-Minute-Niederlage gegen Astra Giurgiu konsterniert.
Petar Filipović (l.) und die Austria sind nach der Last-Minute-Niederlage gegen Astra Giurgiu konsterniert. - © AFP Photo/Joe Klamar
Austria-Verteidiger Petar Filipović ärgert sich nach dem 1:2 gegen Astra Giurgiu über den Schiedsrichter. Doch trägt die Austria auch selbst Schuld an der unnötigen Niederlage.

Nebel hing über dem Beton-Oval im Prater, dazu Sprühregen und nasskaltes Wetter – eigentlich war an diesem November-Tag alles angerichtet für einen herbstlichen Europacup-Fight.

Diesen lieferte im mit knapp über 14.000 Zuschauern nur schwach besuchten Happel-Stadion Donnerstagnacht allerdings eher die Gastmannschaft Astra Giurgiu, denn die Wiener Austria vor eigenem Publikum.

“Sie mussten nach dem 1:0 aufmachen und alles oder nichts spielen, sonst wären sie weg gewesen. Am Ende wurden sie dafür belohnt”, gestand ein sichtlicher verärgerter Petar Filipović ein, nachdem ihm und seinen Kollegen in den letzten Minuten die Butter vom Brot genommen worden war.

Austrias Filipović: “Wussten, dass wir ein Tor machen würden”

Vorangegangen war der hektischen Schlussphase mit unglücklichem Ende für die Wiener ein Match, das über weite Strecken mit Highlights geizte. Die Austria hatte die Chance, den Aufstieg in die K.o.-Phase der Europa League noch vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase am 8. Dezember zu fixieren. So wäre es bei einem Heimsieg der Violetten gegen Giurgiu auch gekommen, da die Roma im Stadio Olimpico gegen Viktoria Pilsen nichts anbrennen ließ und – unter anderem dank dreier Džeko-Tore – klar mit 4:1 gewann.

“Wir haben den Gegner kontrolliert. Sie standen teilweise mit fünf Mann hinten drinnen, aber wir wussten, dass wir irgendwann ein Tor machen würden”, erklärte Filipović die Geduldsprobe in der ersten Hälfte. Nach dem Führungstreffer durch Lukas Rotpullers Torpremiere in der Europa League schien Austrias erstes Überwintern im internationalen Geschäft nach zwölf Jahren Gestalt anzunehmen.

Wie die Austria von der Siegerstraße abkam

Doch die “Veilchen” verabsäumten es, mit Nachdruck auf die Vorentscheidung zu spielen und mit dem Ausschluss Alexander Grünwalds nach 65 Minuten war es auch mit der von Filipović angesprochenen Kontrolle vorbei. Der Kapitän hatte innerhalb von vier Minuten für zwei Fouls zwei gelbe Karten bekommen.

Filipović hatte die Aktionen nicht genau gesehen, wollte sich daher auch nicht zum Platzverweis seines Mitspielers äußern. Der Ex-Rieder merkte aber an, dass er mit der Leistung des polnischen Schiedsrichters Paweł Raczkowski im Allgemeinen nicht zufrieden war: “Wenn man in so einem Spiel, mit dieser Bedeutung, so kleinlich pfeift – das verstehe ich nicht.”

Noch unverständlicher war für den in Hamburg geborenen Deutsch-Kroaten die Aktion in der 87. Minute, als nach einem Allerweltsrempler von ihm an Daniel Florea – dieser hatte in der Zwischenzeit zum Ausgleich getroffen – Schiri Raczkowski auf Elfmeter für Giurgiu entschied. “Der ist einen Kopf kleiner und hat 20 Kilo weniger als ich. Natürlich stell’ ich den Körper rein, aber für mich war das niemals ein Elfmeter”, beschwerte sich Filipović.

Austria muss auf Schützenhilfe der Roma hoffen

Constantin Budescu war’s egal, der 10er der Gäste verwandelte den Strafstoß sicher und schoss Astra zum 2:1-Auswärtssieg. Die Rumänen haben die Austria dadurch in der Tabelle der Gruppe E überholt und empfangen am letzten Spieltag die als Gruppensieger feststehende Roma.

Die Austria muss in zwei Wochen bei Viktoria Pilsen gewinnen und auf Schützenhilfe der Italiener hoffen. Gelingt den Wienern in Tschechien der Sieg und holen Francesco Totti und Co. in Rumänien zumindest einen Punkt, wird der violette Traum vom Aufstieg doch noch Realität.

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