Österreich beim Eurovision Song Contest: Videos der Beiträge

Von Sarah van den Berg
1966 hat Udo Jürgens für Österreich den ESC gewonnen. 1966 hat Udo Jürgens für Österreich den ESC gewonnen. - © APA/KEYSTONE/STR - DATABASE
Zwei Mal hat Österreich den Eurovision Song Contest gewonnen: 1966 machte “Merci, Chérie” von Udo Jürgens das Rennen, 2014 “Rise Like a Phoenix” von Conchita Wurst. Dazwischen gab es von skurril bis herzergreifend so ziemlich alles, was die Musikszene des Landes zu bieten hat. Hier finden Sie Videos von Österreichs bisherigen ESC-Beiträgen.

Österreich hat nicht jedes Jahr beim Eurovision Song Contest teilgenommen – aus unterschiedlichen Gründen. Politischer Boykott im Jahr 1969 und später Kritik am Regelwerk, bzw. allgemeine Unzufriedenheit wegen ausbleibenden Erfolgs, waren einige davon.

Im Jahr 2006 sah es schließlich so aus, als würde der ORF dem Musikwettbewerb endgültig den Rücken kehren: „Mittlerweile ist diese Veranstaltung […] zu einem Skurrilitäten-Wettbewerb geworden, der für die heimische Musikszene völlig irrelevant ist“, sagte der damalige ORF-Programm-Direktor Reinhard Scolik. 2008 und 2009 verzichtete man erneut auf eine Teilnahme, mit der Begründung, dass west- und osteuropäische Länder nicht dieselben Chancen im Bewerb hätten.

1957 bis 2013 im Schnelldurchlauf

Von ” Wohin, kleines Pony?” von Bob Martin (Platz 10 von 10) bis “Shine” von Natália Kelly (im Halbfinale ausgeschieden) finden Eilige in diesem Video einen Zusammenschnitt der österreichischen Song Contest-Beiträge.

Von 1957 bis 1989

Mit „Wohin, kleines Pony?“ belegte Bob Martin 1957 den letzten Platz. In diesem Jahr gab es zehn Teilnehmer. „Die ganze Welt braucht Liebe“ gesungen von Liane Augustin im darauffolgenden Jahr war deutlich erfolgreicher und brachte Österreich den 5. Platz.

Von 1959 bis 1963 lag Österreich auf den Plätzen sieben bis 15, bevor 1964 die Ära von Udo Jürgens begann. Dieser trat in den Jahren 1964, 1965 und 1966 an und holte bei seinem dritten Auftritt mit „Merci, Chérie“ den ersten Song Contest-Sieg für Österreich. Auch 1968 hatte Udo Jürgens seine Finger im Spiel – als Songschreiber für Karel Gott.

1969, 1970, 1973, 1974 und 1975 verzichtete Österreich auf die Teilnahme. In den 80ern wagte man dann etwas Neues: Erstmals gab es 1981 so eine Art Vorentscheid. Drei Lieder standen zur Wahl, die Zuschauer stimmten per Postkarte ab und schickten Marty Brem mit „Wenn du da bist“ ins Rennen. Zwei Mal landete Österreich in den 1980ern auf dem letzten Platz: 1984 und 1988.

Die Beiträge der 90er-Jahre

In der ersten Hälfte der 90er-Jahre hat man bei den österreichischen Song Contest-Beiträgen auf deutsche Texte gesetzt: “Keine Mauern mehr” (1990), „Venedig im Regen“ (1991), „Zusammen geh’n“ (1992), „Maria Magdalena“ (1993), „Für den Frieden der Welt“ (1994), „Die Welt dreht sich verkehrt“ (1995) und „Weil’s dr guat got“ (1996) waren die Titel. 1992 und 1993 wurde mit Tony Wegas übrigens zwei Jahre hintereinander derselbe Interpret ins Rennen geschickt. Sein erster Auftritt war erfolgreicher als der zweite – ob das daran lag, dass der Song aus der Feder von Dieter Bohlen stammte?

Anschließend gab es nur mehr englische Titel: 1997 trat Bettina Soriat mit “One Step” an, 1998  konnte Österreich sich nicht qualifizieren und 1999 wär Österreich durch Bobbie Singers “Reflection” vertreten.

2000: The Rounder Girls

“All to You” von den Rounder Girls landete auf Platz 14 von 24. Tini Kainrath aus Wien, Kim Cooper aus New York und die im Jahr 2013 verstorbene Lynne Kieran haben die Band 1993 gegründet und bis 2012 zehn Alben veröffentlicht.

2001 hat Österreich nicht am ESC teilgenommen.

2002: Manuel Ortega

Mit “Say A Word” hat Manuel Ortega in Estland den 18 Platz (von 24) belegt. Immerhin einmal hieß es bei der Bewertung “Austria 12 Points” – in der Türkei kam der Song anscheinend sehr gut an. Manuel Ortega war vor seinem ESC-Auftritt in unterschiedlichsten Formationen tätig, unter anderem war er auch Mitglied der gecasteten Boygroup 1997 „Whatz up“.

2003: Alf Poier

Einer der auffälligsten, aber auch erfolgreichsten (Platz 6 von 26), Song Contest-Auftritte ist der von Alf Poier in Riga. Bei der Performance von “Weil der Mensch zählt” hatte er auf der Bühne nicht nur von Background-Sängerinnen, sondern auch von Papp-Aufstellern Gesellschaft. Sein Lied sei “eine Hymne für das Individuum, gegen das Kollektiv” verkündete der Künstler damals. 2014 fiel er hingegen mit abfälligen Bemerkungen über Conchita Wurst auf, die nur wenige Rückschlüsse auf dieses weltoffene Denken zulassen.

2004: Tie Break

Beim ESC in Istanbul war Österreich mit der Band Tie Break und dem Song “Du bist” vertreten. Dass nicht-englischsprachige Beiträge es schwer haben, zeigt die Platzierung: Österreich landete auf Platz 21 von 24.

2005: Global Kryner

Mit “Y así” hat es die Band Global Kryner in der Ukraine nicht ins Finale geschafft. Im Halbfinale erreichte der Beitrag den 21. Platz von 24.

In den Jahren 2006, 2008, 2009 und 2009 hat Österreich nicht am Eurovision Song Contest teilgenommen.

2007: Eric Papilaya

Auch “Get A Life – Get Alive” von Eric Pailaya ist bereits im Halbfinale ausgeschieden.

2011: Nadine Beiler

2011 war Österreich in Düsseldorf wieder im Finale vertreten. Nadine Beiler hat mit der Ballade “The Secret Is Love” den 18. Platz (von 25) belegt. Die Sängerin hatte Jahre zuvor die Castingshow “Starmania” gewonnen – in dieser Staffel nahm übrigens auch Tom Neuwirth teil.

2012: Trackshittaz

” Woki mit deim Popo” von den Trackshittaz ist in Baku dermaßen schlecht angekommen, dass der Song im Halbfinale auf dem letzten Platz landete (18 von 18).  Zeilen wie “Nudlsuppengang wos geht und alle schrein how how,
Und die Weiba san am taunzn se gengan nur low low” waren anscheinend nicht verständlich genug.

2013: Natália Kelly

In Malmö ist das Aus für Österreich bereits im Semifinale gekommen: Nátalia Kellys “Shine” hat es nicht ins Finale geschafft.

2014: Conchita Wurst

Großen Wirbel gab es vor dem Song Contest 2014: Der ORF hatte sich aus Kostengründen entschieden, keinen Vorentscheid zu veranstalten und hatte Conchita Wurst ohne Publikumsbeteiligung ausgewählt. Eine Entscheidung, die im Nachhinein durch den Erfolg gerechtfertigt wurde: 290 Punkte erreichte “Rise Like a Phoenix” – ein fulminanter Sieg, der den Song Contest nach Wien geholt hat.

Alle Infos rund um den Eurovision Song Contest 2015 finden Sie in unserem Special.

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