Neubau-Bezirkschef gegen Koran-Verteilaktionen auf der Mariahilfer Straße

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Dass der Koran auf der Mariahilfer Straße in Wien gratis verteilt wird, ist dem Bezirkschef ein Dorn im Auge
Dass der Koran auf der Mariahilfer Straße in Wien gratis verteilt wird, ist dem Bezirkschef ein Dorn im Auge - © www.stundedesislam.de / pixelio.de (Sujet)
In einem aktuellen Interview äußerte sich Thomas Blimlinger, Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, kritisch über die umstrittenen Koran-Verteilungen auf der Mariahilfer Straße. Er befürchtet, dass dadurch Freiwillige für den IS gewonnen werden könnten.

Neubaus Bezirkschef Blimlinger (Grüne) sprach am Dienstag in einem Interview mit dem Radiosender Ö1 über seine Bedenken bezüglich der Verteilung von Gratis-Ausgaben des Korans auf der Wiener Einkaufsstraße. Es gebe diesbezüglich eine “eskalierende Stimmung”, viele dahingehende Beschwerde-Mails und Anrufe hätten ihn erreicht.

Kein Verteilverbot auf MaHü – aber Befürchtung von IS-Rekrutierung

Blimlinger wolle zwar kein generelles Verbot der Verteilaktionen, gab jedoch zu bedenken, dass im nahe der Mariahiahilfer Straße gelegenen ehemaligen Kurier-Gebäude in der Lindengasse in Neubau ein Flüchtlingsquartier sei. Er berief sich in dem Interview auf Behörden, die ihm wohl zustimmen würden, dass es “keine gute Idee” sei, Menschen, die nach Österreich geflüchtet seien, in der Nähe ihrer Unterkunft mit derlei zu konfrontieren. Er befürchtet eine mögliche Rekrutierung von Freiwilligen für die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS).

Verteilaktion-Koordinator widerspricht Thomas Blimlinger

Mustafa Brahja, Organisator der Koran-Verteilaktion in Österreich unter dem Namen “Lies!”, kam in dem Ö1-Beitrag ebenfalls zu Wort und wehrte sich gegen den Vorwurf Blimlingers, dass dies ein Problem sei. Man habe lediglich Tschetschenen inzwischen vom Verteilen der Bücher ausgeschlossen – denn wer in der Vergangenheit aus Österreich nach Syrien gegangen sei, sei Tschetschene gewesen. Weitere Verteilaktionen für Dezember wurden bereits seitens des Magistrats genehmigt, wie es hieß.

In Wiener Neustadt wurde ein Verbot der Koran-Verteilaktionen bereits durchgesetzt, weil Bürger sich durch das “relativ aggressive Verhalten” der Standbetreiber belästigt fühlten.

>>Das Ö1-Interview zum Nachhören

(red)

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