Mundwäscherin & Korvettenkapitän: Was konnte man im Alten Wien werden?

Von Verena Kaufmann
Im Buch erfährt man Interessantes über Berufe aus längst vergangenen Tagen.
Im Buch erfährt man Interessantes über Berufe aus längst vergangenen Tagen. - © APA/Metroverlag (Sujet)
Was haben die Berufe Mundwäscherin, Korvettenkapitän und Tuchscherer gemeinsam? Es sind Berufsbezeichnungen, die heutzutage kaum noch jemand kennt. Finden kann man sie allerdings noch immer – und zwar als Grabinschriften. Die Autoren von “Korvettenkapitän & Mundwäscherin” laden zu einer etwas anderen Reise ins Alte Wien ein und lassen die Berufswelt vergangener Tage wieder aufleben.

Das Wien von anno dazumal unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom heutigen Leben in der Großstadt. Vor allem die Berufswelt kannte Bezeichnungen, die heutzutage nur mehr wenigen Menschen etwas sagen – Oder wussten Sie, dass es damals Mundwäscher, Tuchscherer oder Korvettenkapitäne gab?

Finden kann man diese Berufe aber auch heute noch – und zwar als Grabinschriften auf Wiens Friedhöfen. Andreas Schindl und Bernd Matschedolnig, die Autoren des Buches “Mundwäscherin & Korvettenkapitän”, haben sich auf einen Streifzug begeben und die kuriosesten aber auch interessantesten Berufsbezeichnungen bzw. Titel aus dem Alten Wien gesammelt.

Was konnte man eigentlich im Alten Wien werden?

Im Buch erfährt man Interessantes und Wissenswertes über Berufe aus längst vergangenen Tagen, wie sie entstanden, und auch warum sie mit der Zeit wieder verschwunden sind. Die kulturhistorischen Hintergründe wurden von den Autoren genau recherchiert und anhand von Verstorbenen und deren außergewöhnliche Berufe und Titel würdevoll beschrieben.

Der Leser erfährt die Aufgaben einer Mundwäscherin, was das Handwerk eines Tuchscherers ausmachte, woher der Titel “weltkriegsblinder Generalmajor” stammt, wie man zu einem Korvettenkapitän oder Oberfeuerwerker wurde, was genau ein Schmalzversilberer machte – und welche Berufe man sonst so im Alten Wien ergreifen konnte.

Aber auch klassische und sehr wohl bekannte Bezeichnungen, wie beispielsweise der legendäre “Hausmasta”, kommen im Buch nicht zu kurz. Das Hausmeistertum war in Wien weit verbreitet, trotzdem oder vielleicht gerade deswegen fanden die Autoren jedoch keinen einzigen Grabstein mit einer entsprechenden Inschrift. Die häufig geschmähte Berufsgruppe war vielleicht nicht stolz genug bzw. nicht vermögend genug.

Alte Wiener Berufe wiederentdeckt

Die Kombination aus historischen Hintergründen zu den jeweiligen Berufen und biografischen Details der Verstorbenen machen das Buch auf jeden Fall lesenswert. Man bekommt einen guten Einblick in das Aufgabenfeld der Arbeiter und Angestellten im Alten Wien und die Autoren bauen auch die eine oder andere amüsante Anekdote und Skurrilität ein. Zusätzlich ist das Buch mit Fotos der Grabsteine der Verstorbenen bebildert, auf dem die eingravierte Bezeichnung zu sehen ist.

Einzig negativer Punkt: Bei manchen Berufen erfährt der Leser leider nur sehr wenig bzw. können die Autoren kaum Wissenswertes über die Herkunft oder den Sinn des Berufes vermitteln. So muss man entweder auf die erhoffte Information verzichten oder selbst weiterrecherchieren. Alles in allem bleibt das aber eher die Ausnahme als die Regel im Buch.

Gewinnspiel: Wir verlosen drei Exemplare des Buches

Wer nun ebenfalls mehr über das Berufsleben im Alten Wien erfahren möchte, kann bei unserem Gewinnspiel mitmachen. Wir verlosen drei Exemplare des Buches “Korvettenkapitän & Mundwäscherin – Was man in Wien einmal werden konnte”. Hier geht’s zum Gewinnspiel.

Buchtipp:
Korvettenkapitän & Mundwäscherin – Was man in Wien einmal werden konnte
Verlag: Metroverlag
Autoren: Andreas Schindl, Bernd Matschedolnig
ISBN: 978-3-99300-229-9

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