Mord in Favoriten: Tatverdächtige soll Entführungsopfer sein

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Mordfall in Wien-Favoriten: Ehefrau sagt aus, entführt worden zu sein.
Mordfall in Wien-Favoriten: Ehefrau sagt aus, entführt worden zu sein. - © APA
Die 36-jährige Ehefrau, die als Hauptverdächtige im Mordfall in Wien-Favoriten gilt, will mit dem Verbrechen nichts zu tun haben. Sie sagte bei Einvernahmen der Polizei aus, dass sie in der Mordnacht von unbekannten Männern entführt und ausgesetzt worden ist.

In den gestrigen Einvernahmen stritt sie jede Beteiligung an der Bluttat ab, gab aber gegenüber der Exekutive an, von unbekannten Männern entführt und ausgesetzt worden zu sein. Polizeisprecher Roman Hahslinger bestätigte dementsprechende Medienberichte. Die 36-Jährige sitzt in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in U-Haft.

Hauptverdächtige soll Entführungsopfer sein

“Derzeit gibt es allerdings keine Hinweise auf eine Entführung”, sagte Hahslinger. Gegenwärtig sei man dabei, zahlreiche Spuren auszuwerten. Auch seien am Tatort viele DNA-Spuren gefunden worden, die Untersuchungsergebnisse stünden noch aus. “Wir werden weiterhin im Umfeld des Opfers und der Beschuldigten Ermittlungen durchführen”, erklärte der Sprecher. Seitens der Polizei werde es vorerst keine weitere Einvernahme der Verdächtigen geben.

56-Jähriger wurde nach Brand in Favoriten tot aufgefunden

Der 56-jährige Mann war am Montag nach 23.00 Uhr im Zuge der Löscharbeiten nach einem Brand tot mit schweren Kopf- und Halsverletzungen in seiner Wohnung in der Sonnleithnergasse 29-31 entdeckt worden. Bereits am Mittwoch zeichnete sich immer deutlicher ab, dass der Mann diesen Verletzungen erlegen ist. Hahslinger zufolge lag ein vorläufiges Obduktionsergebnis vor, in dem das Feuer, das im Schlafzimmer des Ehepaares ausgebrochen war, als Todesursache ausgeschlossen wurde. “Mutmaßlich ist er durch massive Gewalteinwirkung mit einem stumpfen Gegenstand zu Tode gekommen”, so der Polizeisprecher. Zudem war versucht worden, dem Mann beide Beine unterhalb des Knies abzutrennen.

Frau wurde verwirrt in Simmering aufgegriffen

Die Frau des Frühpensionisten wurde rund zwei Stunden nach dem Brand von einem Autofahrer in der Simmeringer Brehmstraße entdeckt. Sie war lediglich mit einer Unterhose bekleidet und hatte eine rosa Jogginghose um den Hals geschlungen. “Bei ihrer Auffindung war sie auch leicht verletzt”, sagte Hahslinger. Mit der Rettung wurde sie in ein Spital gebracht, wo die Polizei sie unter Mordverdacht festnahm.

Das Paar war bereits polizeibekannt. Er war ein Frühpensionist im Alter von 56, in Wien geboren. Bei der 36-jährigen Frau handelt es sich um eine Ghanaerin, sie ist arbeitslos. Hahslinger zufolge rückten mehrfach Beamte aus, um Streits zu schlichten. Einmal sei er handgreiflich geworden, dann wieder sie. Bei den Auseinandersetzungen ging es oft um Nebensächlichkeiten.

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