Mord in Favoriten: Frau will es nicht gewesen sein

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War der Verdacht nur eine Vorverurteilung?
War der Verdacht nur eine Vorverurteilung? - © APA/GEORG HOCHMUTH
Die Schlagzeiten am Dienstag wurden von einem grausamen Mord in Favoriten beherrscht. Die Frau des Opfers war dann verwirrt, kaum bekleidet und am Straßenrand liegend aufgefunden worden. Am heutigen Mittwoch war sie schon vernehmungsfähig – und stritt jede Beteiligung kategorisch ab.

Der 56-Jährige war am Montag nach 23.00 Uhr im Zuge der Löscharbeiten nach einem Brand tot mit schweren Kopf- und Halsverletzungen in seiner Wohnung in der Sonnleithnergasse 29-31 entdeckt worden.

Das Feuer war nicht der Todesgrund

Am Mittwoch zeichnete sich immer deutlicher ab, dass der Mann diesen Verletzungen erlegen ist. Hahslinger zufolge lag ein vorläufiges Obduktionsergebnis vor, in dem das Feuer, das im Schlafzimmer des Ehepaares ausgebrochen war, als Todesursache dezidiert ausgeschlossen wurde. “Mutmaßlich ist er durch Gewalteinwirkung mit einem stumpfen Gegenstand zu Tode gekommen”, so der Polizeisprecher. Zudem war versucht worden, dem Mann beide Beine unterhalb des Knies abzutrennen. Die Polizei ging sofort von einem Mord in Favoriten aus.

Die Frau des Frühpensionisten wurde rund zwei Stunden nach dem Brand von einem Autofahrer in der Simmeringer Brehmstraße entdeckt. Sie war lediglich mit einer Unterhose bekleidet und hatte eine rosa Jogginghose um den Hals geschlungen. Mit der Rettung wurde sie in ein Spital gebracht, wo die Polizei sie unter Mordverdacht festnahm.

Turbulente Ehe, dann Mord in Favoriten

Ziemlich bald darauf kam es zur Eheschließung, aber auch zu ersten handgreiflichen Auseinandersetzungen. Täter und Opfer dürften beide gewesen sein: “Einmal hat er sie geschlagen, dann wieder sie ihn”, sagte Hahslinger. Auslöser waren meist Nebensächlichkeiten.

Zuletzt, am 29. Dezember, war etwa die Art des Postholens Auslöser für einen handgreiflichen Streit: Er hatte die Schlüssel vergessen und holte die Sendungen daher mit der Hand aus dem Briefkasten. Zwei der Poststücke waren an seine Frau adressiert, die er ihr auch übergab. Die 36-Jährige glaubte ihm aber nicht, dass er mit der Hand die Briefe aus dem Postkasten gefingert hatte, und prügelte ihn. Daraufhin wurde sie mit einem Betretungsverbot belegt. Nach wenigen Tagen dürfte sich das Paar aber versöhnt und sie wieder in die gemeinsame Wohnung eingezogen sein. Am Dienstag folgte schließlich der Mord in Favoriten.

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