Neue Details zum Mord in Favoriten

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Einen grausamen Fund machte die Feuerwehr am Brandort
Einen grausamen Fund machte die Feuerwehr am Brandort - © APA/GEORG HOCHMUTH
Jahrelange Auseinandersetzungen unter Eheleuten haben in der Nacht auf Dienstag in Wien-Favoriten ihr Ende in einem Mord gefunden. Nach einem Brand wurde die Leiche entdeckt.

Im Schlafzimmer lag der 56-jährige Harald K. tot unter einer teilweise verbrannten Matratze. Der Körper des Verstorbenen wies zahlreiche Kopf-und Halsverletzungen auf, die eindeutig durch heftige Gewaltweinwirkung mit einem harten Gegenstand zugefügt worden waren. Darüber hinaus war versucht worden, die Beine des Toten unterhalb der Knie abzutrennen. Dadurch war klar, dass Fremdverschulden vorlag. Seine 36-jährige Frau wurde wenig später in Simmering aufgegriffen und schließlich in einem Krankenhaus festgenommen. Zum genauen Tathergang brachten ihre Einvernahmen bisher aber keine Erkenntnisse.

Grausame Mordspuren am Brandort

Das Feuer brach laut Polizeisprecher Roman Hahslinger nach 23.00 Uhr im vierten Stock eines Hauses in der Sonnleithnergasse 29-31 aus. Die Einsatzkräfte löschten die Flammen und brachten vier Bewohner mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Der Brand war im Schlafzimmer einer Wohnung entstanden, dort fanden die Einsatzkräfte auch den toten Frühpensionisten. Er lag mit abgetrenntem Unterschenkel im Bett, außerdem gab es Verletzungen im Kopf und Halsbereich. Spuren am zweiten Bein deuteten darauf hin, dass dieses ebenfalls abgetrennt werden sollte.

Wenige Stunden später traf ein 61-jähriger Autofahrer in der Simmeringer Brehmgasse auf die 36-jährige Frau des Toten, Sarah K. Sie lag am Straßenrand, machte einen verwirrten Eindruck, war nur mit einer Unterhose bekleidet und hatte eine rosa Trainingshose um den Hals gewickelt. Die Arbeitslose wurde in ein Spital gebracht, wo die Ermittler sie unter Mordverdacht festnahmen.

Blutiges Ende eines ganz normalen Tages

Erste Einvernahmen brachten wohl einiges zum Hintergrund des Paares ans Tageslicht, aber bisher nichts zum Tathergang. Die 36-Jährige gab an, dass sie und ihr Mann am Montag ganz normalen Tätigkeiten nachgegangen seien. So sah das Paar fern und machte sich etwas zu essen. “Es war offenbar ein ganz normaler Familienalltag”, sagte Hahslinger. Zu den fraglichen Stunden machte die Verdächtige bisher aber keinerlei Angaben.

Jahrelanger Streit führte zum Mord

Das Paar war bereits polizeibekannt. Er war ein Frühpensionist im Alter von 56, in Wien geboren, und war früher Arbeiter. Bei der 36-jährigen Frau handelt es sich um eine Ghanaerin, sie kam vor zehn Jahren nach Österreich und ist arbeitslos. Vor acht Jahren heiratete sie den 56-Jährigen. Hahslinger zufolge gab es Streits über mehrere Jahre hinweg. Immer wieder rückten Polizisten aus, um die Auseinandersetzungen zu schlichten. Einmal sei er handgreiflich geworden, dann wieder sie. Dabei ging es oft um Nebensächlichkeiten.

Post sorgte für Prügel

Zuletzt, am 29. Dezember, war etwa die Art des Postholens Auslöser für einen handgreiflichen Streit: Er hatte die Schlüssel vergessen und holte die Sendungen daher mit der Hand aus dem Briefkasten. Zwei der Poststücke waren an seine Frau adressiert, die er ihr auch übergab. Die 36-Jährige glaubte ihm aber nicht, dass er mit der Hand die Briefe aus dem Postkasten gefingert hatte, und prügelte ihn. Daraufhin wurde sie mit einem Betretungsverbot belegt. Nach wenigen Tagen dürfte sich das Paar aber versöhnt und sie wieder in die gemeinsame Wohnung eingezogen sein. Der letzte Akt vor dem Mord hatte begonnen…

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