Länge der Stimmzettel pro Gemeinde unterschiedlich lang

Die Stimmzettel sind bei der OÖ-Wahl am 27. September 2015 in den Kommunen unterschiedlich lang.
Die Stimmzettel sind bei der OÖ-Wahl am 27. September 2015 in den Kommunen unterschiedlich lang. - © APA
In drei Orten tritt bei der Landtagswahl in Oberösterreich nur die ÖVP an, der längste Wahlzettel umfasst acht Listen.

Bei der Bürgermeisterdirektwahl kann man in 119 Gemeinden als Alternative zum einzigen Kandidaten nur “NEIN” ankreuzen. Das größte Gerangel um den Stadtchef-Sessel herrscht in Linz.

ÖVP kandidiert in allen Kommunen in Oberösterreich

Die ÖVP kandidiert in allen 442 Kommunen für den Gemeinderat, die SPÖ in 415, die FPÖ in 384. Die Grünen treten in 121 Orten an und die NEOS in 18. In 75 Gemeinden gehen Kleinparteien und Namenslisten an den Start, in manchen sogar mehrere, wodurch insgesamt 92 “Sonstige” zusammenkommen. Die KPÖ etwa tritt in den drei Statutarstädten Linz, Wels und Steyr sowie in Peterskirchen im Bezirk Ried an. Die Piraten, die eine Landtagskandidatur nicht geschafft haben, versuchen zumindest den Linzer Gemeinderat zu entern. Die CPÖ (Christen) nimmt nur an der Landtagswahl, aber nicht an der Kommunalwahl teil.

Das BZÖ kandidiert in sechs Orten – interessanterweise nicht in jenen beiden, wo 2009 ein oranger Bürgermeister gewählt wurde: In St. Roman geht der bisherige BZÖ-Ortschef Siegfried Berlinger diesmal mit einer eigenen Liste (UB/ Unabhängiges Bündnis für St. Roman) ins Rennen, seine Kollegin Ingeborg Huber in Antiesenhofen tut es ihm gleich (Liste Inge Huber – MUT). Sogar der stellvertretende Landesparteiobmann und Nationalrat Rainer Widmann kandidiert in Freistadt nicht unter, BZÖ sondern mit seiner Liste “WIFF”.

Acht Listen in Linz und Braunau

Die meiste Auswahl haben die Linzer und die Braunauer: In der Landeshauptstadt stellt sich neben ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grünen, NEOS, KPÖ und Piraten auch die “Linke” der Wahl. In Braunau kandidieren die vier Landtagsparteien, die NEOS sowie drei Bürgerlisten. Von einem derart langen Stimmzettel können die Stimmberechtigten in St. Radegund, Manning und Kirchdorf am Inn nur träumen. In diesen drei Gemeinden steht nur die ÖVP zur Auswahl. In 57 weiteren Orten findet man lediglich zwei Listen auf dem Wahlzettel: 39-mal ÖVP und SPÖ, 17-mal Schwarz und Blau und in Mörschwang ÖVP und Grüne.

Unter den Gemeinderatskandidaten finden sich einige bekannte Gesichter auf teils überraschenden Positionen: In Leonding, dem Wohnort von NEOS-Spitzenkandidatin Judith Raab, haben sich abtrünnige Grüne dem pinken Lager zugewandt und kandidieren nun unter dem Namen “NEOS – Unabhängige Grüne Leonding” neben den Grünen, ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.

In Pasching geht Fritz Böhm erneut mit einer eigenen Liste ins Rennen. Der ehemalige SPÖ-Mann war 2006 wegen einer Bezüge-Affäre vor Gericht gestanden und danach als Bürgermeister zurückgetreten. 2009 schaffte er mit einer Namensliste dennoch 12,20 Prozent, die der mittlerweile 76-Jährige nun verteidigen will. Als Ortschef kandidiert er ebenfalls.

Direktwahl der Bürgermeister in Oberösterreich

Die Bürgermeister werden in Oberösterreich direkt gewählt. Landesweit bewerben sich 997 Kandidaten: 435 davon sind aus den Reihen der ÖVP, 286 von der SPÖ, 166 von der FPÖ. Die Grünen schicken 44 ins Rennen, die NEOS zwölf. 54 treten für Kleinparteien oder Namenslisten an. In 119 Orten stellt sich allerdings nur ein Kandidat der Wahl: In 113 Fällen ist das ein ÖVP-ler, in vier Orten ein Sozialdemokrat – etwa in den Salzkammergut-Hochburgen Hallstatt und Obertraun – und in zweien (Moosbach und St. Georgen am Fillmannsbach) ein Freiheitlicher.

Der begehrteste Bürgermeistersessel scheint jener im Swap-gebeutelten Linz zu sein: Für die SPÖ tritt erstmals Klaus Luger an, der vor zwei Jahren Langzeit-Stadtchef Franz Dobusch beerbt, jedoch selbst noch keine Wahl als Spitzenkandidat geschlagen hat. Aber auch ÖVP, FPÖ, Grüne, NEOS, Piraten und Linke haben einen Kandidaten aufgestellt.

In Wels tritt Peter Koits (74) nach 16 Jahren als Stadtchef nicht mehr an, der neue SP-Spitzenkandidat Hermann Wimmer – mit 62 Jahren nicht wirklich als Generationswechsel zu bezeichnen – muss sich mit einer Veruntreuungsaffäre in einer städtischen Freizeiteinrichtung herumschlagen, aber auch mit der FPÖ, die den Welser Bürgermeister zu ihrem Wahlziel erklärt hat und in der Stadt am Samstag auch ihren Wahlkampfauftakt mit Unterstützung von Bundesparteichef Heinz-Christian Strache abhält.

Einen bemerkenswerten Farbwechsel hat es in Grein gegeben: Dort tritt der ehemalige SPÖ-Bürgermeister Rupert Lehner für die FPÖ als Ortschef an.

Alle Infos zur Landtagswahl in Oberösterreich.

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