OÖ-Wahl: Es wird um die Hochburgen gerungen – SPÖ verlor Stimmen an FPÖ

Das Ergebnis der Wahlen in OÖ wird mit Spannung erwartet.
Das Ergebnis der Wahlen in OÖ wird mit Spannung erwartet. - © APA (Sujet)
Das Abschneiden der Parteien bei der oberösterreichischen Landtagswahl am 27. September in ihren Hochburgen wird mit Spannung erwartet. Die Lage der SPÖ steht auf Messers Schneide, denn die Verluste der traditionell rot gefärbten Regionen fielen bereits 2009 dramatisch aus. Trotz teilweise historischen Tiefs droht ein weiteres Abfallen. Die FPÖ dürfte hingegen weiter erstarken.

Die Talfahrt der SPÖ begann bereits vor sechs Jahren. Bei der Landtagswahl 2009 hat sie in keiner der 444 oberösterreichischen Gemeinden – jetzt sind es nach Fusionen nur mehr 442 – dazugewonnen, in 433 war sie gar die Partei mit den größten Stimmenverlusten. Selbst in Reichraming (Bezirk Steyr-Land), wo sie mit 46,5 Prozent ihr bestes Wahlergebnis erzielt hat, war sie noch um 15,6 Prozentpunkte nach unten gefallen. Auch in ihrer Hochburg Lenzing ging es 2009 bergab. Die SPÖ wurde dort mit satten Verlusten von 21,7 Prozentpunkten abgestraft und liegt jetzt nur mehr bei 39,5 Prozent. Besorgniserregend auch das Abschneiden im roten Linz. Dort überholte die ÖVP (35,1 Prozent) sogar die frühere Nummer eins (SPÖ: 32,7 Prozent). Das gleiche gelang in Ebensee, die ÖVP legte mit 40 Prozent vor der SPÖ mit 36 Prozent. Im sozialdemokratisch geprägten Salzkammergut ist die ÖVP überhaupt 2009 erstarkt. Die größten Zugewinne der Volkspartei stammten laut Wählerstromanalyse von der SPÖ (33.000 Stimmen).

Wahlen in Oberösterreich: SPÖ verliert Stimmen an FPÖ

Ungebrochen treu sind bisher die Stammwähler der Volkspartei geblieben. Vor allem im ländlichen Raum dominiert die ÖVP, so ist das Mühlviertel seit Jahrzehnten in schwarzer Hand. Ihr bestes Ergebnis erzielte die ÖVP 2009 in Kaltenberg (Bezirk Freistadt) mit 80 Prozent. Landesweit hatte sie mit 93 Prozent die beste Behalterate der Wähler.

Die Blauen dürften laut den Umfragen dagegen den Höhenflug von 2009 fortsetzen. Freilich mussten sie sich bei der vorigen Landtagswahl nach ihrem Totalabsturz 2003 von ganz unten hocharbeiten, in 360 Gemeinden schafften sie im Parteienvergleich den größten Zuwachs. Das ging vor allem zulasten der SPÖ, der die FPÖ 45.000 Stimmen abluchste. Aber auch in ihrem Kerngebiet, dem Innviertel konnte die Freiheitlichen abräumen. In St. Georgen am Filmannsbach (Bezirk Braunau) kamen sie 2009 auf 43,4 Prozent. Ihr zweitbestes Wahlergebnis gab es in der Heimatgemeinde ihres Spitzenkandidaten Manfred Haimbuchner. In Steinhaus bei Wels halten die Blauen bei 39,3 Prozent.

Bei den Grünen ist die Situation seit dem Einzug in den Landtag 1997 unverändert. Sie stehen bei gut neun Prozent an. So gab es großteils nur im niedrigen einstelligen Prozentpunktebereich Veränderungen zwischen 2003 und 2009. Erwartungsgemäß stark vertreten sind sie im Linzer Speckgürtel. In Ottensheim und Gallneukirchen erzielten sie 2009 mit 19,5 Prozent bzw. 18,3 Prozent ihre besten Ergebnisse.

(apa/red)

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