“Ich muss jetzt ruhig bleiben”: Rapid hadert mit Schiri und Dibons “Popsch”

Von David Mayr
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Christopher Dibon (l.) und Kollegen ärgern sich über die Niederlage gegen Salzburg.
Christopher Dibon (l.) und Kollegen ärgern sich über die Niederlage gegen Salzburg. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Rapid Wien ärgert sich beim 1:2 gegen Red Bull Salzburg über Schiedsrichter Dominik Ouschan und verpasst die Chance, die Salz­burger weiter zu distanzieren. “So kann man die Liga natürlich spannender halten”, spottet Kapitän Steffen Hofmann.

Der Sonntag der Superlative hatte von Nachmittag bis in die Nacht internationalen Fußball vom Feinsten zu bieten. In Deutschland feierte ÖFB-Star David Alaba mit Bayern München gegen Verfolger Borussia Dortmund den nächsten Kantersieg (5:1), in England überraschte Arsenal mit einem klaren 3:0 über Manchester United.

Das Madrider Derby zwischen Atlético und Real endete 1:1 und in Frankreich schoss Zlatan Ibrahimović mit zwei Elfmetertoren Paris St. Germain zum 2:1-Sieg über Olympique Marseille und sich selbst zum Rekordschützen des glamourösen Hauptstadtklubs.

Salzburg entscheidet Bundesliga-Schlager für sich

Auch die tipico-Bundesliga wartete am Sonntag mit einem Schlager auf: Tabellenführer Rapid Wien empfing Meister Red Bull Salzburg. Vor 23.200 Zuschauern im Happel-Stadion konnte die Begegnung der beiden derzeit besten Mannschaften Österreichs allerdings nur in Hälfte eins den Erwartungen an einen Schlager gerecht werden, nach der Pause flachte die Partie zusehends ab.

Durch die 1:2-Heimniederlage verpasste Rapid die Gelegenheit, Salzburg auf sieben Zähler zu distanzieren. Im Gegenteil: Nach elf Runden ist die Spitze wieder eng zusammengerückt, der Vorsprung der Grün-Weißen auf den Vierten, die Admira, beträgt nur noch zwei Punkte.

Hofmann: “Das war ein eindeutiges Foul”

Die Rapidler haderten an einem lauen Herbstnachmittag im Prater weniger mit dem Gegner, als mit dem Schiedsrichter. “So kann man die Liga natürlich spannender halten, das ist ja viel toller für alle”, machte Kapitän Steffen Hofmann seinem Ärger mit einer Brise Sarkasmus Luft. Referee Dominik Ouschan hatte vor dem Ausgleichstreffer durch Takumi Minamino ein klares Foul Naby Keïtas an Hofmann übersehen. “Das war keine strittige Aktion”, legte der deutsche Routinier in der Mixed Zone des Happel-Ovals nach, “das war ein eindeutiges Foul!”

Leider – mehr als eine unglückliche Niederlage schaute am Sonntag gegen Salzburg nicht heraus:…

Posted by SK Rapid Wien on Sonntag, 4. Oktober 2015

Innenverteidiger Christopher Dibon, der entscheidenden Anteil am Führungstor seiner Mannschaft gehabt hatte, indem er Salzburg-Schlussmann Alexander Walke beim Kopfball von Stefan Stangl irritierte, war merkbar bemüht, sich gegenüber VIENNA.at auf die Zunge zu beißen: “Ich muss jetzt ruhig bleiben und will dazu nicht zu viel sagen”, versuchte der 24-Jährige die Contenance zu bewahren. Er und seine Kollegen beklagten nicht nur die Fehlentscheidung in der Entstehung des Ausgleichstors, sondern auch mehrere Pfiffe Ouschans bei Situationen, “die er anders gesehen hat als wir”. Sportdirektor Andreas Müller war nach Spielende gar so aufgebracht, dass er von Präsident Michael Krammer zurückgehalten werden musste.

Dibon: “… dann krieg ich den Ball noch auf den Popsch”

Zum Spiel bemerkte Hofmann richtig, die Gastgeber hätten “wenig Luft zum Kombinieren gehabt”. Dies war vor allem in der zweiten Hälfte zu beobachten, als Rapid bis zur Schlussoffensive kurz vor Abpfiff praktisch zu keiner klaren Torchance mehr gekommen war. Außerdem hatte die Defensive, die in den vier vorangegangenen Pflichtspielen nur ein Gegentor kassiert hatte, Schwierigkeiten, die technisch versierten Offensivkräfte der “Bullen” in Schach zu halten.

Das Salzburger Siegestor war dennoch ein Glücksprodukt. Nach einem Eckball fiel der Ball direkt vor die Füße von Rechtsverteidiger Christian Schwegler, dessen Weißschuss Dibon so abfälschte, dass Rapid-Goalie Ján Novota das Nachsehen hatte. “Schon der Corner war unnötig, dann krieg’ ich den Ball noch auf den Popsch und er geht in die andere Ecke rein”, ärgerte sich der Ex-Admiraner.

Rapid geht also, wie schon vor zwei Wochen, mit einer Niederlage in die Länderspielpause. Diese will die Mannschaft von Trainer Zoran Barišić nutzen, um nach einer intensiven Phase mit fünf Spielen in 16 Tagen zu regenerieren. In der nächsten Bundesligarunde soll in Wolfsberg (18. Oktober, 16:30 Uhr, live auf ORF eins und Sky) dann wieder der Schritt zurück auf die Siegerstraße gelingen.

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