Grenzen der Thermografie: Glasflächen des Finanzzentrums als Problem

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Grenzen der Thermografie: Glasflächen des Finanzzentrums als Problem
Im dritten Teil unserer Serie zum Thema Thermografie erfahren Sie mehr über die Grenzen dieser Messtechnik, wobei sich das Finanzzentrum aufgrund der spiegelnden Flächen als gutes Beispiel dafür eignet. Lesen Sie hier dazu mehr.

Bei allen Bildern der Serie wurde nicht nur die gleiche Wärmebildkamera von Infratec (Variocam HiRes 1785 inspect 775/30mm; Objektiv: Weitwinkel 65×51°; IFOV 2mrad) mit einer thermischen Empfindlichkeit von < 30 mK verwendet, es wurde auch bewusst derselbe Temperaturbereich für die Darstellung gewählt. Das heißt, dass der Farbtemperaturkeil rechts neben dem Bild von -7 °C bis +13 °C reicht. Dadurch werden die verschiedenen Objekte hinsichtlich ihres thermischen Verhaltens vergleichbar.

Wie bereits im ersten Teil der Serie erklärt wurde, gelten entsprechende Witterungsverhältnisse als Voraussetzung für gute Messergebnisse. So werden Aufnahmen meist in der kalten Jahreszeit gemacht, da ein bestimmter Temperaturunterschied zwischen Gebäudeinnenseite und -außenseite gegeben sein muss. Neben den Grenzen der Thermografie, die bei der Messung der WU erwähnt wurden, können auch andere Objekteigenschaften zu falschen Messergebnissen führen.

Messgrenzen am Beispiel des Finanzzentrums

Beim Finanzzentrum verwundert die hohe Wärmeabstrahlung im Erdgeschoss da dieses Objekt generalsaniert wurde. Prinzipiell müssen für genaue Analysen natürlich auch entsprechende bautechnische Informationen zu den jeweiligen Objekten vorliegen, um konkrete Aussagen treffen zu können.

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In den verglasten Fassaden der oberen Geschosse sieht man die Spiegelbilder der gegenüberliegenden Gebäude und der freien Atmosphäre, daher lassen sich keine näheren thermischen Aussagen treffen, außer, dass geöffnete Fenster erkennbar sind.

Eine weitere Einschränkung der Messtechnik stellen spiegelnde Flächen und hinterlüftete Bauteile dar. Im Fall des Finanzzentrums Wien-Mitte ist die Fassade zum Großteil mit spiegelnden Glasflächen ausgestattet. Themografisch lassen sich dadurch nur begrenzte Aussagen treffen, denn die Hauptproblematik spiegelnder Fassaden liegt darin, dass die Wärmestrahlung reflektiert wird, und daher nicht die tatsächliche Temperatur einer Oberfläche ermittelt werden kann.

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So verfälschen zum großen Teil die Temperaturen spiegelnder Hintergrundobjekte das Messergebnis. Was man erkennen kann sind aber gekippte Fenster und Fassadenteile aus beschichtetem oder lackiertem Metall.

Bilderquelle: Ingenieurbüro Filos

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