Thermografie in Wien: Wärmebildaufnahmen zeigen Objekteigenschaften

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Bei der Thermografie sind bestimmte Gegebenheiten Voraussetzung für gute Messergebnisse.
Bei der Thermografie sind bestimmte Gegebenheiten Voraussetzung für gute Messergebnisse. - © bilderbox.com/Ingenieurbüro Filos (Sujet)
Um die Oberflächentemperatur von Objekten darzustellen, wird das Verfahren der “Thermografie” angewandt. Mit einer Wärmebildkamera wird dabei ein Thermogramm erstellt, das Infrarotstrahlung für das menschliche Auge sichtbar macht. In unserer Serie erfahren Sie, wie es mit Oper, Rathaus und Co. wärmetechnisch aussieht.

Die Thermografie dient dazu, die Temperatur von Oberflächen bildlich darzustellen. Jeder Körper mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt sendet elektromagnetische Strahlung aus. Diese Wärmestrahlung wird dann von einer Wärmebildkamera zweidimensional erfasst, rechnerisch bewertet und bildlich mittels Thermogramm dargestellt – sprich: Eine Wärmebildkamera wandelt die für das menschliche Auge unsichtbare Infrarotstrahlung in elektrische Signale um und das Thermogramm zeigt unterschiedliche Temperaturen in unterschiedlichen Farben.

Infrarotthermografie im Bauwesen

Mit einer Wärmebildaufnahme können gezielt thermische Eigenschaften von Objekten untersucht werden. Bei der Messung gelten entsprechende Witterungsverhältnisse als Voraussetzung, da ein bestimmter Temperaturunterschied zwischen Gebäudeinnenseite und -außenseite gegeben sein muss.

Deswegen werden solche Aufnahmen meist in der kalten Jahreszeit beziehungsweise in den späten Nachtstunden oder frühen Morgenstunden gemacht. Wichtig ist, dass die Messergebnisse für Laien verständlich und für Fachleute nachvollziehbar und überprüfbar sind.

Thermisches Verhalten des Wiener Parlaments

Für alle Thermogramme der Serie wurde eine Wärmebildkamera von Infratec (Variocam HiRes 1785 inspect 775/30mm; Objektiv: Weitwinkel 65×51°; IFOV 2mrad) mit einer thermischen Empfindlichkeit von < 30 mK verwendet.

Folgende interessante Details sind beim Wärmebild des Wiener Parlamentsgebäudes (Ecke Dr.-Karl-Renner-Ring/Schmerlingplatz) erkennbar:

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Der vorderste Teil des Gebäudes dürfte offensichtlich erst später errichtet worden sein, da er ein unterschiedliches thermisches Verhalten aufweist. Das ist vor allem am Temperaturverlauf unter dem Dachvorsprung zu erkennen. Weitere stark unterschiedliche Temperaturen sind unter den Fenstern zu sehen. Sehr wahrscheinlich sind dafür die dahinter befindlichen Heizkörper verantwortlich, durch die das ungedämmte Mauerwerk stärker erwärmt wird, als die übrigen Wandbereiche.

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Wie im Thermogramm gezeigt wird, beträgt die Temperatur im Messpunkt P3 zum Beispiel 10,7 °C. Die Temperatur der Verglasung wird beim Punkt P2 mit 1,8 °C angezeigt, was aber tatsächlich sicher nicht zutreffend ist und auf die teilweise Reflexion der Atmosphäre zurückgeführt werden kann. Diese beträgt – wie Messpunkt P5 zeigt – circa minus 62 °C.

Im Vergleich zu neueren Gebäuden wie beispielsweise der WU zeigt sich: Historische Gebäude weisen erwartungsgemäß relativ hohe Oberflächentemperaturen auf.

Bilderquelle: Ingenieurbüro Filos

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