Frankreich und Schweiz nach 0:0 beide im Achtelfinale – Albanien punktet gegen Rumänien

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Frankreich bleibt Tabellenerster, Albanien (Bild) punktet im Entscheidungsspiel.
Frankreich bleibt Tabellenerster, Albanien (Bild) punktet im Entscheidungsspiel. - © AP
Der Entscheidungstag der Gruppe A bei der Fußball-EM brachte Gewissheit: Rumänien scheidet mit 0 Punkten aus, Frankreich und die Schweiz sind nach einer Nullnummer beide im Achtelfinale und Albaniens Chance auf den Aufstieg lebt weiter.

Gastgeber Frankreich ist am Sonntag in Lille dank eines 0:0 gegen die Schweiz als Sieger der Gruppe A ins Achtelfinale der Fußball-EM eingezogen. Die ebenso damit im Turnierverlauf noch ungeschlagenen Eidgenossen sind mit fünf Punkten bzw. zwei Zähler hinter den Franzosen der zweite Fix-Aufstieger dieses Pools. Platz drei und die Aufstiegschance sicherte sich Albanien durch ein 1:0 gegen Rumänien.

Schweiz gegen Frankreich: 0:0

Die Schweiz blieb einmal mehr ohne Niederlage, sicherte sich mit vier Zählern Rang zwei und erreichte erstmals die K.o.-Phase einer EM. Frankreich bekommt es damit im Achtelfinale am kommenden Samstag mit dem Dritten von einer der Gruppen B, E oder F (Österreich) zu tun, die Schweiz bekommt es mit dem Zweiten von Gruppe C (möglich sind Deutschland, die Ukraine oder Nordirland) zu tun.Frankreichs Coach Didier Deschamps wechselte im Vergleich zum Spiel gegen Albanien sein Team auf fünf Positionen, verzichtete diesmal auf den zweifachen Torschützen Dimitri Payet. Paul Pogba und Antoine Griezmann kehrten zurück, erstmals stürmte Andre-Pierre Gignac von Beginn an. Im Mittelfeld startete erstmals bei der EM Moussa Sissoko. Zu seinem ersten Einsatz kam in Yohan Cabaye ein weiterer Mittelfeldspieler.

Vor allem Pogba schien nach seiner “Zwangspause” höchst motiviert. Mit viel Elan veredelte er das Spiel der äußerst pressingfreudigen Franzosen und fand alleine vor der Pause mehrere Chancen vor – zweimal rettete Schweiz-Goalie Yann Sommer – die beste war ein prächtiger Weitschuss aus mehr als 20 Metern an die Latte (17.).

Frankreich war wesentlich gefährlicher, aber auch die Schweiz versteckte sich nicht. Dank gefälliger Angriffe tauchten die Eidgenossen immer wieder vor dem gegnerischen Strafraum auf, in puncto letzter Pass und Abschluss ließ man aber zu wünschen übrig. Auch die 19-jährige Solospitze Breel Embolo, die Haris Seferovic ersetzte, konnte in seinem ersten EM-Einsatz von Beginn an daran nichts ändern.

Auch die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten der Schweiz, Frankreich aber verzeichnete einmal mehr die erste Chance. Griezmann war bereits in Richtung Strafraum gezogen, scheiterte von dessen Grenze jedoch am erneut starken Sommer (57.). Die Schweiz ließ sich dadurch nicht entmutigen, trotz vieler Spielanteile schaute dabei aber nichts Zählbares heraus. Die Eidgenossen hatten allerdings auch mit der Qualität ihrer Dressen zu kämpfen – mindestens vier Mal wurden zerrissene Leibchen ausgewechselt.

Frankreich hatte aber nicht nur bei der Wahl der Textilien mehr Gespür bewiesen, es war auch dem 1:0 näher. Das unterstrich der nach gut einer Stunde eingewechselte neue “Nationalheld” Payet. Der Stürmer setzte einen herrlichen Volley nach Pogbas-Flanke jedoch an die Latte (75.).

Rumänien gegen Albanien: 0:1

Albaniens Fußball-Nationmannschaft hat sich im dritten Spiel bei der EM-Premiere über den ersten Sieg freuen dürfen. Die Mannschaft von Teamchef Giovanni de Biasi kämpfte Rumänien in einer flotten Partie in Lyon mit 1:0 (1:0) nieder. Solostürmer Armando Sadiku (43.) war es vorbehalten, das erste EM-Tor Albaniens zu erzielen. Das reichte im Stade de Lyon vor 49.752 Zuschauern auch für den ersten EM-Sieg in der Verbandsgeschichte.

Die Albaner beendeten die Gruppe A mit drei Punkten als Dritter und müssen darauf hoffen, dass zwei andere Gruppendritte schlechter abschneiden, als sie selbst, um im Turnier zu bleiben.

Rumänien präsentierte sich im Vergleich zum 1:1 gegen die Schweiz zum Teil auch verletzungsbedingt gleich an fünf Positionen verändert und die neue durchgemischte Truppe startete durchaus verheißungsvoll. Bei einem Hoban-Schuss hatte Albanien-Tormann Etrit Berisha Mühe (5.), drei Minuten später war er bei einem Stancu-Volley auf dem Posten. Zudem setzte der sonst farblose Denis Alibec einen gefühlvollen Abschluss neben das Tor (14.).

Die Albaner hielten das Geschehen in einer munteren Partie offen und übernahmen mit Fortdauer der ersten Hälfte mehr und mehr die Initiative. Nach einem tollen Konter fehlte nur der richtige Abschluss. Ermir Lenjani, der beim 1:2-Test gegen die ÖFB-Auswahl am 26. März in Wien getroffen hatte, setzte den Ball aus sechs Metern stümperhaft drüber (23.). Migjen Basha machte seine Sache nicht besser, verfehlte aus elf Metern das Tor deutlich (35.).

Die dritte Topchance des EM-Debütanten führte aber zum herbeigesehnten ersten Torerfolg. Nach Memushaj-Flanke stellte sich Rumäniens Goalie Ciprian Tatarusanu nicht gut an und Sadiku köpfelte ins lange Eck ein (43.).

Die Albaner konnten sich deshalb nach dem Seitenwechsel darauf beschränken, hinten dicht zu machen. Die Rumänen diktierten zwar das Geschehen und hatten mehr Ballbesitz, konnten die starke Abwehr des Gegners aber kaum ausspielen. So waren Schüsse aus der Distanz, die allesamt das Tor verfehlten, lange Zeit das Gefährlichste. In der 76. Minute kam für die Rumänen auch noch Pech dazu, traf “Joker” Florin Andone doch die Latte. Damit blieb Rumänien im gesamten Turnierverlauf ohne herausgespielten Treffer, Bogdan Stancu hatte ja zweimal vom Elfmeterpunkt getroffen. Bitter ist zudem, dass Alibec mit einer Knieverletzung ausschied.

Die Tabelle der Gruppe A der EURO 2016:

Pl
Sp
T
P
Mannschaft
1.
3
+3
7
frankreich Frankreich
2.
3
+1
5
Schweiz Schweiz
3.
3
-2
3
albanien Albanien
4.
3
-2
1
rubaenien Rumänien

Alle Infos zur Fußball-EM 2016

(APA/Red)

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