Erste Hochrechnungen zur BP-Wahl 2016: Hofer (FPÖ) liegt klar vorne

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Wer lacht zuletzt? Es dürfte eine Stichwahl werden.
Wer lacht zuletzt? Es dürfte eine Stichwahl werden. - © APA/Sujet
FPÖ-Kandidat Norbert Hofer hat den ersten Wahlgang der Bundespräsidentschaftswahl vom Sonntag überlegen gewonnen. Laut Hochrechnung der ARGE Wahlen kommt der FPÖ-Kandidat auf ein Ergebnis von 37 bis 38 Prozent. Andere Kandidaten hingegen sind bereits fix aus dem Rennen.

Die erste Runde der Bundespräsidenten-Wahl hat dem freiheitlichen Kandidaten Norbert Hofer einen triumphalen Erfolg gebracht.

Mit knapp 40 Prozent der Stimmen ließ er die Konkurrenz deutlich hinter sich. Wer in vier Wochen gegen Hofer in der Stichwahl antritt, könnte sich erst am Montag durch die Briefwahlstimmen zwischen Alexander Van der Bellen und Irmgard Griss entscheiden.

Van der Bellen in der Stichwahl

Das Duell des Abends lautete Alexander Van der Bellen gegen Irmgard Griss, wobei sich der Grünen-Kandidat schließlich knapp durchsetzte.

Laut der Berechnung kommt der ehemalige Grünen-Chef mit 21,1 Prozent der Stimmen auf Platz zwei und ist von der Unabhängigen Irmgard Griss nicht mehr einzuholen.

Die ehemalige OGH-Richterin erreichte knapp 19 Prozent.

Hofer vorne – diese BP-Kandidaten sind aus dem Rennen

Fix aus dem Rennen sind die Kandidaten von SPÖ und ÖVP, Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol. Auch zwischen diesen beiden gibt es ein äußerst knappes Rennen um Platz vier. Beide Kandidaten werden laut der Hochrechnung von 14.30 Uhr (Auszählungsgrad rund 20 Prozent) auf einen Stimmenanteil von rund zwölf Prozent kommen. Abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt Baumeister Richard Lugner, dem die Hochrechnung zwei bis drei Prozent prognostiziert.

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In der Hochrechnung der ARGE Wahlen ist bereits eine Hochschätzung der Briefwahlstimmen mit eingerechnet. Diese werden erst am Montag ausgezählt und könnten das Ergebnis der BP-Wahl noch wesentlich beeinflussen.

Bestes FPÖ-Bundes-Ergebnis aller Zeiten

Mit 1,5 bis 1,6 Mio. Stimmen und an die 38 Prozent laut Hochrechnungen kommt Hofer auf das weitaus beste Ergebnis, das die Freiheitlichen je bei Bundeswahlen schafften. Nur in Kärnten war der Stimmenanteil unter Jörg Haider und Gerhard Dörfler von 1999 bis 2009 noch höher. Das bisher beste Bundeswahlresultat waren 27,5 Prozent bei der ersten EU-Wahl.

Die vorher vier Bundespräsidenten-Kandidaten der FPÖ schnitten nicht einmal halb so stark ab wie Hofer. Sie bekamen zwischen 15,2 und 16,9 Prozent – der beste Wert stammt von Willfried Gredler, den 1980 751.400 Österreicher favorisierten. Bei bundesweiten Wahlen haben schon mehrfach mehr als eine Million Österreicher die FPÖ gewählt: Bei der Nationalratswahl 1999 – wo es dann zur schwarz-blauen Koalition kam – kreuzten 1,244.087 die Blauen an. Das bedeutete einen Stimmenanteil von 26,9 Prozent. Bei der Wahl 2013 blieb die FPÖ mit 962.313 Stimmen recht deutlich unter der Millionengrenze. Damit hatten 20,5 Prozent FPÖ gewählt. In den Umfragen liegt die FPÖ seit längerem über 30 Prozent – bis zu 33/34 Prozent – und damit auf Platz 1.

Griss holte Stimmen von allen Parteien

Griss hat ihre Wähler von allen politischen Parteien geholt – 27 Prozent von der ÖVP, 20 Prozent von den NEOS, 19 Prozent von den Grünen, 13 Prozent von der FPÖ, 12 Prozent von der SPÖ. Die Parteikandidaten haben naturgemäß den Großteil ihrer Wähler aus dem eigenen Reservoir geschöpft: Hundstorfer hat 92 Prozent seiner Wähler von der SPÖ, Khol 87 Prozent von der ÖVP, Hofer 89 Prozent von der FPÖ und immerhin sechs Prozent von der ÖVP, Van der Bellen hingegen nur 60 Prozent von den Grünen sowie 14 Prozent von der SPÖ und 12 Prozent von der ÖVP.

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Knapp ein Fünftel der Wähler (19 Prozent) hat die Entscheidung erst in den letzten Tagen vor der Wahl getroffen. Bei den Griss-Wählern waren es 28 Prozent, bei den Van der Bellen-Wählern nur 13 Prozent.

>> Hier geht es zum LIVE-Ticker zur BP-Wahl.

(APA)

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