Erste Asylsuchende bezogen Flüchtlingsquartier in Wien-Liesing

Außenansicht des Flüchtlingsquartiers Ziedlergasse in Wien-Liesing
Außenansicht des Flüchtlingsquartiers Ziedlergasse in Wien-Liesing - © APA/HELMUT FOHRINGER
Die ersten Bewohner sind inzwischen im Flüchtlingsquartier in der Ziedlergasse in Wien-Liesing eingezogen. 51 Asylsuchende – darunter 20 Kinder – wohnen nun in dem ehemaligen Bürohaus. Das berichteten die Geschäftsführer der Johanniter und der Liesinger Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ) am Freitag im Gespräch im Journalisten.

Insgesamt ist das Haus für 750 Menschen konzipiert. Das Gebäude ist in den vergangenen Wochen umfangreich adaptiert worden. Johanniter und Samariterbund werden das Übergangsquartier ein Jahr lang betreiben. Als dauerhafte Einrichtung, so wurde heute betont, sei es nicht gedacht. Auf dem Areal sollen später Wohnungen entstehen.

Schutz und Geborgenheit für Flüchtlinge

Man werde alles daran setzen, den Betroffenen Schutz und Geborgenheit zu bieten, versprach Johanniter-Bundesgeschäftsführer Robert Brandstetter. Jene Personen, die nun als erste eingetroffen sind, wurden zuletzt in einer anderen Unterkunft betreut. Diese werde aber nun geschlossen, erzählte der Geschäftsführer der Johanniter in Wien, Robert Heindl. Die Flüchtlinge werden im ehemaligen Großraumbüro der Computerfirma nächtigen – in das Schlafräume mit Stockbetten eingebaut wurden.

Das Objekt in der Ziedlergasse ist zwar nicht das größte Wiener Übergangsquartier, die Kritik im Vorfeld war jedoch heftig wie selten zuvor. Eine Anrainerinitiative und die FPÖ äußerten Sicherheitsbedenken sowie die Befürchtung, dass deutlich mehr als 750 Menschen einziehen könnten.

“Sorgen und Befürchtungen werden ernst genommen”

“Die Sorgen und Befürchtungen haben wir von Anfang an ernst genommen”, versicherte Heindl. So wurde etwa ein Sicherheitsdienst engagiert, der sich sowohl im Haus als auch im Außenbereich umsehen wird. Man setze jedenfalls auf volle Transparenz. “Wir wollen auch Nachbarn einladen, das Haus zu besuchen”, kündigte Bezirkschef Bischof an. Wer sich telefonisch informieren möchte, kann dies bei einer eigens eingerichteten Hotline tun.

Flüchtlingsquartier in Liesing sucht Helfer

Laut Heindl gab es zuletzt keine gröberen Zwischenfälle in den von den Johannitern betreuten Einrichtungen. Turbulenteste Auseinandersetzung war demnach ein Familienstreit, bei dem die Polizei geholt werden musste. Dieser habe mit einer Wegweisung und späterer Versöhnung geendet. Derzeit werden für die Ziedlergasse noch Helfer gesucht – wobei es diesbezüglich auch bereits Unterstützung aus der Umgebung gibt. So habe etwa eine Kinderärztin angeboten, einmal in der Woche ehrenamtlich im Haus tätig zu sein, hieß es.

>>Lokalaugenschein im künftigen Flüchtlingsquartier in Wien-Liesing

(apa/red)

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