Aufregung in Wien-Liesing um geplantes Flüchtlingsheim

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Das geplante Flüchtlingsheim in der Ziedlergasse lässt die Wagen im Bezirk hochgehen.
Das geplante Flüchtlingsheim in der Ziedlergasse lässt die Wagen im Bezirk hochgehen. - © APA/Sujet
Medienberichten zufolge soll es bei einer Bürgerversammlung in Liesing am Freitag hitzig zugegangen sein. Grund: Im Heimatbezirk von Werner Faymann soll demnächst ein Quartier für rund 750 Flüchtlinge entstehen. Der Widerstand unter den Anrainern zeigte sich lautstark.

Der Unmut war den meisten Teilnehmern der Bürgerversammlung Liesing zur “Flüchtlingsunterkunft Ziedlergasse” am Freitag doch deutlich anzumerken.

Flüchtlingskoordinator Peter Hacker, Bezirksvorsteher Gerald Bischof und Walter Czapek von der Polizei standen den Anrainern im 23. Bezirk Rede und Antwort rund um das geplante Flüchtlingsheim auf einem Fabriksgelände, das rund 750 Asylwerbern (anfänglich war noch von über 1000 die Rede gewesen) eine Unterkunft bieten soll.

Anrainer-Widerstand in Liesing zu geplantem Flüchtlingsheim

Während sich die anderen Bezirksparteien als geschlossene Einheit pro Flüchtlingsunterkunft präsentierten, machte die FPÖ deutlich Stimmung gegen die Pläne. “Die 600 wütenden Bürger im brechend vollen Saal hielten mit ihrem Zorn und vor allem ihrer offen ausgesprochenen Angst über die Folgen dieses rot-grünen Projekts nicht hinterm Berg,” schildern die Blauen in einer Aussendung am Montag.

Der “versteinerte” SPÖ-Bezirksvorsteher Bischof soll häufig “besorgte Blicke auf die bereitgestellte Polizeiabordnung” geworfen haben, als doch immer wieder empörte Zwischenrufe aus dem Publikum kamen. Das sah die SPÖ anders, man habe die Fragen der Bürgerinnen und Bürger beantwortet und Missverständnisse aus der Welt geräumt.

Die Angst vor möglichen sexuellen Übergriffen sei besonders groß. So soll etwa laut Bericht des Standard (Montagsausgabe) die Mutter einer 17- jährigen Tochter gerufen haben: “Ich will wissen, wen ich verklagen kann, wenn meiner Tochter oder mir etwas zustößt.” Eine andere Frau wiederum meinte: “Was mache ich, wenn ich rausgehe, und einer von denen drückt mich nieder und der andere vergewaltigt mich?”, so der Bericht weiters.

“Wie soll das funktionieren?”

Die Atmosphäre an dem Abend blieb hitzig. Selbst jene Teilnehmer der Bürgerversammlung, die per se keine Gegner der Pläne waren, zeigten sich laut Standard skeptisch. “Wie soll das funktionieren?”, war eine der Grundfragen. Zwar sollen laut SPÖ vornehmlich Familien in den leerstehenden Fabriksgebäuden am Bezirksrand untergebracht werden, doch dabei bliebe die Frage offen, wo deren Kinder zur Schule gehen sollen, ob das Polizeiaufgebot im Areal erhöht werde oder was das Projekt insgesamt für die Immobilienpreise des Bezirks bedeuten würde.

Man habe versichert, dass die Unterbringung nur temporär  – nämlich bis Frühling 2017 – sei. Am Dienstag soll eine weitere Bürgerversammlung stattfinden.

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