Ehefrau getötet: Tatrekonstruktion in Penzing soll Klarheit schaffen

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Die Tatrekonstruktion soll in der Wohnung, in der die Frau zu Tode kam, durchgeführt werden.
Die Tatrekonstruktion soll in der Wohnung, in der die Frau zu Tode kam, durchgeführt werden. - © APA/Georg Hochmuth
Gegen den 41-Jährigen, der im Dezember vergangenen Jahres seine 19 Jahre jüngere Ehefrau in einer Wohnung in Wien-Penzing tötete, wird wegen Mordes ermittelt. Die Verteidigung bestreitet die Tötungsabsicht.

Im Fall des 41-jährigen Mannes, der am 18. Dezember 2015 in Wien-Penzing seine um 19 Jahre jüngere Ehefrau erstickt haben soll, findet in der kommenden Woche eine Tatrekonstrukion statt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft soll der Mann, gegen den wegen Mordes ermittelt wird, demonstrieren, was sich kurz vor Weihnachten in der Wohnung in der Lortzinggasse abgespielt hat.

Der Verdächtige – ein gebürtiger Steirer, der in Wien auf mehreren Baustellen gearbeitet hatte – behauptet, er habe der 22-Jährigen seine bloße Hand gegen den Mund gedrückt. “Dem Ganzen ist ein Streit vorausgegangen. Weil sie die ganze Zeit geschrien hat, hat er ihr den Mund zugehalten”, erklärte seine Verteidigerin Astrid Wagner. Die Anwältin versicherte am Freitagnachmittag der APA: “Er hatte auf keinen Fall eine Tötungsabsicht.”

Ehefrau über deren Großmutter kennengelernt

Die Anklagebehörde geht allerdings davon aus, dass das Ersticken mit einem weichen Gegenstand – etwa einem Polster – herbeigeführt wurde. Zur endgültigen Klärung der Todesursache wird nun der 41-Jährige zu einem Lokalaugenschein in seine frühere Wohnung ausgeführt, wo er mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern lebte.

Der Bauarbeiter hatte seine spätere Frau über deren Großmutter kennengelernt, die am Südbahnhof als Reinigungskraft arbeitete. Die Ehe stand unter keinem guten Stern, die wesentlich jüngere Frau soll ihrem Ehemann vor allem immer wieder dessen Schulden vorgehalten haben. Ein Grundstück in der Steiermark musste angeblich zwangsversteigert werden. Schließlich einigte man sich auf eine Scheidung, konnte aber den rechten Zeitpunkt nicht finden, weil der Mann befürchtete, er werde sich den Unterhalt für die 22-Jährige und die gemeinsamen Kinder nicht leisten können.

Am Morgen des 18. Dezember kam es wieder zu einem Streit, den die Frau nicht überlebte. Ihr Mandant sei “überrascht und geschockt gewesen, als sie tot war”, so Verteidigerin Wagner. Schließlich verständigte er die in der Nähe wohnende Großmutter seiner Frau, die wiederum die Einsatzkräfte alarmierte. Der Mann konnte noch im Wohnhaus festgenommen werden.

(APA, Red.)

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