Diese Protestaktionen sind zum Wiener Akademikerball 2016 geplant

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Proteste auch heuer rund um den Akademikerball. Proteste auch heuer rund um den Akademikerball. - © APA
Der “Wiener Akademikerball” am 29. Jänner in der Wiener Hofburg wird auch heuer wieder von einigen Protestveranstaltungen begleitet. Die Gruppierung “Offensive gegen Rechts” (OGR) sowie die Sozialistische Linkspartei rufen zu Demos auf – hier ein Überblick.

Die Plattform “Jetzt Zeichen setzen!” wird am Abend des Balls erneut am Heldenplatz eine Veranstaltung mit Reden und Musikbeiträgen abhalten.

Die Kundgebung von “Jetzt Zeichen setzen!” steht wie schon im Vorjahr unter dem Motto “Kein Salon dem Rechtsextremismus!” – die Aktivisten stellen sich erneut gegen die Abhaltung des Akademikerballs (des ehemaligen Balls des Wiener Burschenschafter-Korporationsrings/WKR-Ball) in der Hofburg: “Die Räume der Republik sollen Veranstaltungen und Vernetzungsaktivitäten der extrem Rechten keinen Platz mehr bieten!”, heißt es auf der Website der Plattform. Als Redner der Veranstaltung, die um 19 Uhr am Heldenplatz beginnt, werden u.a. Volkshilfe-Chef Erich Fenninger und der Datenforensiker Uwe Sailer sowie Freiheitskämpferinnen erwartet. Mehrere Musikgruppen, darunter Kommando Elefant, umrahmen das Programm.

“NOWKR” plant keinen Protest mehr

Das nach Eigendefinition linksradikale antifaschistische Bündnis “NOWKR”, rund um dessen Demonstrationszug es in den vergangenen Jahren zu teils gewalttätigen Ausschreitungen gekommen war, hat sich nach dem letzten Akademikerball aufgelöst und wird heuer keine Proteste veranstalten.

Dennoch wird es zwei Demonstrationen geben: Bereits am Nachmittag startet der erste Protestzug gegen den Ball. Die Sozialistische Linkspartei hat für 15.30 Uhr zu einer Demo aufgerufen, die vom Wallensteinplatz zur Porzellangasse und über die Währingerstraße bis zum Schottentor führen wird.

Protestzug durch Wiener Innenstadt

Dort dürften sich die Teilnehmer laut Polizei der für 16.30 Uhr angekündigten Demonstration der “Offensive gegen Rechts” anschließen, die auch heuer wieder einen Protestzug durch die Innenstadt abhält. Deren Route führt von der Universität über die Wipplingerstraße auf den Stephansplatz, weiter über die Wollzeile, den Stadtpark, den Heumarkt, den Schwarzenbergplatz und den Karlsplatz bis zum Museumsquartier.

“Auch dieses Jahr rufen wir alle Antifaschist_innen dazu auf, sich an den Protesten gegen die FPÖ und deutsch-nationale Burschenschafter zu beteiligen”, heißt es auf der Webseite der OGR. Auch auf die aktuelle Flüchtlingskrise nimmt der Demo-Aufruf Bezug: “Sagen wir klar: Burschenschafter vertreiben – Flüchtlinge bleiben!”

Akademikerball: “‘Gewaltanwendung’ zu rechnen”

Dieser Slogan ist Ballveranstalter Udo Guggenbichler (FPÖ) ein Dorn im Auge. Er hat deswegen bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht. Guggenbichler verweist darin auf Ausschreitungen rund um den Ball in den vergangenen Jahren, außerdem werde “aus der Textierung des Aufrufs der ‘Offensive gegen Rechts’ ersichtlich, dass auch mit einer ‘Gewaltanwendung’ zu rechnen ist, zumal eindeutig mehrfach auf die FPÖ im Hinblick auf ein Verbot ‘Nie wieder FPÖ!’ sowie auf einen bestimmten Personenkreis, welche vertrieben werden soll, Bezug genommen wird.”

Daher sei es “aufklärungsbedürftig, inwieweit eine solche Kundgebung von der Rechtsordnung gedeckt ist und nicht der Verabredung und Organisation allfällig strafrechtlicher Verhalten dient”, heißt es in der Sachverhaltsdarstellung.

“Linke Gewaltfantasien”

Der Ballveranstalter betont, er fordere alle Initiatoren von Protestveranstaltungen dazu auf, “ihre linken Gewaltfantasien hintanzuhalten”. Er unterstütze zwar jede Art von Demonstrationsfreiheit, aber Gewalt habe dabei “nichts verloren”. Der Kartenverkauf laufe jedenfalls besser als in den Jahren davor, versicherte er.

Am Akademikerball wird auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zugegen sein, wie es aus dessen Büro hieß.

Neben den Protestveranstaltungen waren laut Polizei vorerst auch vier Pro-Standkundgebungen angemeldet. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird es auch heuer wieder ein Platzverbot rund um die Hofburg geben.

>> Notruf-Hotline und Security für den Ballabend.

(APA)

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