Abgetrennter Arm am Wakeboard-Lift in Wien: Zweiter Unfall in der Anlage

3Kommentare
An der Wakeboard-Anlage hatte sich ein zweiter Unfall ereignet
An der Wakeboard-Anlage hatte sich ein zweiter Unfall ereignet - © APA
Das 41-jährige Unfallopfer, jene Wienerin, der am Sonntag bei einem Wakeboard-Lift auf der Neuen Donau in Wien-Donaustadt der Arm abtrennt worden ist, hat auch am Donnerstag nicht einvernommen werden können. Indessen wurde bekannt, dass vor Kurzem auch ein Bub beim Benutzen des Liftes verletzt wurde.

“Die Befragung wurde auf morgen verschoben”, sagte ein Polizeisprecher. Der Betreiber der mittlerweile geschlossenen Anlage wurde von der Wasserrechtsbehörde (MA 58) wegen mehrerer Mängel angezeigt.

Zweiter Unfall am Wakeboard-Lift

Inzwischen wurde auch ein zweiter Unfall bekannt. Vor zehn Tagen hat sich ein zehnjähriger Bub auf dem Wakeboard-Lift ebenfalls eine Verletzung am Unterarm zugezogen. Der Vater erstattete Anzeige. Am Freitag sollen er und der Bub von der Polizei einvernommen werden, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Diese Anzeige sei gegenüber der MA 58 “vom Betreiber verschwiegen worden, obwohl jeder Unfall umgehend zu melden ist”, kritisierte eine Sprecherin der Behörde.

“Zahlreiche Unregelmäßigkeiten im Betrieb”

Bei einer unangemeldeten Überprüfung der Anlage eines Sachverständigen am Dienstag fielen laut MA 58 “zahlreiche Unregelmäßigkeiten im Betrieb auf”. Der Liftbesitzer wurde wegen “nicht konsensgemäßem Betrieb” und “Nichteinhaltung von Auflagen” angezeigt. Am Mittwoch wurde die Anlage bis auf Weiteres geschlossen.

Mehr Personen befördert als erlaubt

Bei der Kontrolle wurde etwa festgestellt, dass sich auf dem Umlaufseil mehr “Mitnehmer” (Griffe, Anm.) befanden als per Bescheid gestattet – damit wurden laut Behörde also mehr Personen befördert als erlaubt. Zum Zeitpunkt der Überprüfung fuhren dann auch mehr Personen am Lift als zugelassen. Der behördlich vorgeschriebene Sicherheitsabstand wurde ebenfalls nicht eingehalten.

Wakeboard-Lift-Betreiber wehrt sich

Der Betreiber der Anlage, Michael Machek, wehrte sich in einer Aussendung am Donnerstag gegen das Vorgehen der Behörde: “Seit 1982 ist der Lift in Betrieb, es gab mehr als 2,3 Millionen Fahrten und jährliche Überprüfungen seitens der Behörden”. Es sei “unfassbar, dass ein paar Schreibtischtäter glauben, mit Bescheiden in Wien Fahrradunfälle, Stürze über Stiegen oder beim Rollerboarden zu verhindern”. Der Wakeboard-Lift sei Machek zufolge dutzendfach geprüft, kommissioniert und ohne Beanstandungen in Betrieb. Auch von kolportierten ähnlichen Unfällen wisse man nichts. “Wir warten nun auf die Zustellung der Anzeige bzw. des Bescheides und behalten uns sämtliche rechtlichen Schritte vor”, informierte Machek.

Wienerin verlor rechten Unterarm

Bei dem Unfall war einer 41 Jahre alten Frau Sonntagmittag der rechte Unterarm abgetrennt worden. Die Ursache war weiterhin unklar, da niemand den Hergang beobachtet hatte. Aufschlüsse soll die Befragung der Frau bringen.

(apa/red)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


3Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel