Zwölftes Winterpaket für Wiener Obdachlose

Auch 2021 starten Caritas udn Stadt Wien wieder ihre "Winterpaket"-Aktion für Wiener Obdachlose.
Auch 2021 starten Caritas udn Stadt Wien wieder ihre "Winterpaket"-Aktion für Wiener Obdachlose. ©APA/GEORG HOCHMUTH/Archivbild
Seit 2010 gibt es das Winterpaket der Stadt Wien, damit Obdachlose in der Stadt nicht erfrieren. Auch 2021 soll es wieder Winterpakete geben. Diesmal steht die Hilfe ganz im Zeichen von Corona.

Rund 12.550 Obdachlose hat die Wiener Wohnungslosenhilfe im Vorjahr betreut. Damit diese im Winter nicht erfrieren müssen, gibt es seit 2010 das Winterpaket der Stadt Wien. Von 2. November bis 2. Mai wird die Kapazität der Notquartiere von 800 auf 1.700 aufgestockt. "Wir wollen einfach, dass in unserer Stadt im Winter niemand erfriert", erklärte Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Freitag im Obdach Favorita, einem Wohnheim für obdachlose Frauen und Familien in Wien.

Winterpaket für Obdachlose in Wien auch im Jahr 2021

"Dieses Winterpaket gibt's, weil Wien nicht wegschaut, weil Wien genau dort hinschaut, wo die Not am größten ist", erklärte Kurt Gutlederer vom Fonds Soziales Wien (FSW). "Das Winterpaket ist eine Notversorgung für alle obdachlosen Menschen, die unsere Hilfe brauchen." In den Notquartieren kann man übernachten, duschen und essen. Bewährt habe sich "in Pandemie-Zeiten" auch, so Gutlederer, dass das Winterpaket einen ganztägigen Aufenthalt ermöglicht. Zudem werden die bestehenden acht Tageszentren mit 435 Plätzen um vier Wärmestuben mit 195 Plätzen ergänzt.

Stadt Wien kooperiert mit rund 30 Organisationen

"Wir haben in der Stadt eine sehr klare sozialpolitische Meinung zur Frage der Obdachlosigkeit: Das sind Menschen, die unser aller Solidarität, unsere Unterstützung und Hilfe brauchen", sagte Hacker weiter. Über den FSW stellt die Stadt ganzjährig rund 6.800 Wohn- und Betreuungsplätze zur Verfügung, wofür man im Vorjahr 105 Millionen Euro aufgewendet hat. Dabei kooperiert die Stadt mit rund 30 Organisationen. Sieben davon sind auch am Winterpaket beteiligt: Neben Obdach Wien, das zum FSW zählt, sind das die Johanniter, die Caritas, der Arbeitersamariterbund, die Volkshilfe Wien, das Rote Kreuz und die St. Elisabeth-Stiftung.

"Es braucht aber auch die Mithilfe der Wiener Bevölkerung"

"Es braucht aber auch die Mithilfe der Wiener Bevölkerung", betonte Gutlederer. Das ist mit der "Kälte-App" möglich. Diese ist nun den dritten Winter im Einsatz und wurde bisher rund 10.000 mal heruntergeladen, es gab 1.700 Meldungen. "Wir können nicht überall sein. In kalten Nächten kann eine Meldung Leben retten", betonte Burkhard Mayr von Obdach Wien. Nach einer Meldung werden Straßensozialarbeiter geschickt, um Kontakt herzustellen. "Da kann eine Tasse Tee oder etwas zu essen wie ein Eisbrecher sein." In weiterer Folge wird versucht, die Person in ein Notquartier zu vermitteln. Wenn dieses Angebot aus Scheue oder Ängsten nicht (sofort) angenommen wird, dann bleiben die Sozialarbeiter in Kontakt und stellen Schlafsäcke, Iso-Matten und warme Kleidung zur Verfügung.

Kälte-App und Kältetelefon der Caritas

Auch heuer gibt es wieder das Kältetelefon der Caritas. Die Winternothilfe-Hotline gibt es in allen neun Bundesländern, sie startet im November. "Minusgrade sind für obdachlose Menschen nicht nur eine zusätzliche Belastung, sondern lebensgefährlich. Jeder Anruf kann Leben retten", hieß es in einer Aussendung am Freitag.

Winterpaket steht zum zweiten Mal im Zeichen der Corona-Pandemie

Das Winterpaket in der Bundeshauptstadt steht nun zum zweiten Mal in Folge auch ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Das bedeutet, dass vor jeder Aufnahme in ein Notquartier ein Corona-Test erfolgt. Sollte dieser positiv sein, wird niemand auf die Straße zurückgeschickt - es gibt eigene Quarantäne-Notquartiere. Die Zahl der Betten und die Plätze in den Tageszentren wurden ebenfalls nicht reduziert - es wurden einfach zusätzliche Unterkünfte eingerichtet, um größere Abstände zu garantieren. Das habe dafür gesorgt, dass es bei einem "gut überschaubaren Infektionsgeschehen" geblieben sei, so Mayr. Auch das Impfangebot werde gut angenommen, genaue Zahlen gibt es aber nicht.

(S E R V I C E - Informationen zum Kältetelefon: https://www.caritas.at//obdachlosigkeit/, Kälte-App: https://kaelteapp.wien)

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