Zwölf Jahre Haft für Serienbankräuber

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Ein 34-jähriger Serbe, der in Wien zahlreiche Banken, Supermärkte und Drogerie-Filialen überfallen hatte, ist am Mittwoch von einem Schwurgericht zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

“Ich bin kein Krimineller”, hatte der Mann zu Protokoll gegeben. Er meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Der Familienvater war Anfang 2004 nach Österreich gekommen, um sich eine Arbeit zu suchen. Er fand keine, worauf er zum Gesetzesbrecher wurde. Mit einer silbernen Pistole überfiel er im Februar 2005 erstmals eine Bipa-Filiale. „Die Beute hat gerade zum Leben gereicht“, fasste Staatsanwalt Hans-Peter Kronawetter zusammen. Also ließ der Räuber binnen weniger Wochen sieben weitere Überfälle folgen.

Mit dem Geld kehrte er in seine Heimat zurück, um seine Schulden zu bezahlen. Diese waren entstanden, weil der Mann sein während der Kriegshandlungen im ehemaligen Jugoslawien zerstörtes Haus wieder aufgebaut hatte. Außerdem benötigte eine seiner drei Töchter kostspielige Medikamente und Therapien: Das Mädchen ist herzkrank und geistig behindert.

„Ich musste es machen! Ich musste mich um meine Tochter kümmern! Die Gehälter in Serbien sind sehr gering“, rechtfertigte der Angeklagte seine Raubzüge. Anfang 2006 kam er daher wieder nach Wien, um seine kriminelle Karriere fortzusetzen: „Ich benötigte Geld. Ich dachte, das wäre eine Möglichkeit, zu Geld zu kommen.“

Am 23. Februar raubte der 34-Jährige mit gezückter Pistole eine Bawag-Filiale in der Leopoldstadt aus. Beute: 22.650 Euro. Diesmal hatte er einen Komplizen dabei, der Aufpasserdienste leistete. Der Helfer begleitete ihn auch am 8. März in eine Zweigstelle der Bank Austria-Creditanstalt in Döbling, wo sie dank der Pistole, die der Familienvater einem Bankangestellten drohend vors Gesicht hielt, knapp 6.000 Euro erbeuteten.

Der Komplize hatte danach genug und wollte nicht mehr mitmachen. Der Serbe marschierte daher am 21. März alleine in eine Bawag-Filiale im dritten Wiener Gemeindebezirk. Dort verließ ihn das Glück. Zunächst reichte ihm der Angestellte lediglich 1.000 Euro, und weil jener rasch reagierte und den Notruf betätigte, hetzte er ihm obendrein noch die Polizei auf den Hals. Die Beamten waren äußerst rasch am Tatort, verfolgten den zu Fuß Flüchtenden und konnten ihn auf einem Dach eines mehrstöckigen Gebäudes, wo er sich verstecken wollte, festnehmen.

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