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Zwischen Glamour und Tragödien

Elisabeth Taylor, die letzte große Hollywood-Diva, wird 70 Jahre alt. Die einst „schönste Frau der Welt“ hat ein beispiellos bewegtes berufliches und privates Leben genossen.

So ruhig wie in den letzten Jahren ging es im Leben von Elizabeth Taylor nur in ihrer frühen Kindheit zu. Die letzte große Hollywood-Diva, die am 27. Februar 70 Jahre alt wird, ist gesundheitlich angeschlagen. Und die Schauspielerin, die über so lange Zeit so spektakulär im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestanden hat, ist eigentlich nur noch ganz präsent in den Filmen, die sie zum Weltstar und zur dreifachen Oscar-Preisträgerin gemacht haben.

Die einst als „schönste Frau der Welt“ geltende Schauspielerin hat ein beispiellos bewegtes berufliches und privates Leben genossen wie auch erlitten, das fordert seinen Preis. Herzprobleme, Hüftoperationen, die operative Entfernung eines Gehirntumors und natürlich auch der Wegzoll des Alters haben tiefe Spuren bei der Taylor hinterlassen. Aber wenn sie sich wieder mal sehen lässt, dann sind ihr Ovationen sicher. Denn eine wie sie wird es wahrscheinlich nie wieder geben.

Elizabeth Taylor, 1

932 als Tochter amerikanischer Eltern in London geboren, stammt noch aus einer anderen Zeit, einer anderen Epoche Hollywoods. Ihr Leben böte Stoff gleich für etliche Drehbücher. Und darunter wären einige, die kein seriöser Autor einem Produzenten anzubieten wagte. Acht Ehen, Alkohol, Völlerei und Entzugsdramen, ebenso aber auch Leinwandruhm und soziales Engagement, drei eigene und zwei adoptierte Kinder – es hat an nichts gefehlt in einer Karriere, die für Elizabeth Taylor schon als Zehnjährige begann. 1942 stand sie für „Lassies Heimkehr“ erstmals vor der Kamera, angetrieben von einer ehrgeizigen Mutter, die selbst Schauspielerin war.

An der Seite von Rock Hudson und dem legendären James Dean gelang der 24-Jährigen 1956 in dem Kinohit „Giganten“ der Durchbruch zum Weltstar. Für ihre Rolle in „Telefon Butterfield 8“ erhielt sie 1960 erstmals einen Oscar. Damals war sie bereits zum vierten Mal verheiratet, nachdem ihr dritter Mann, der Produzent Mike Todd, im März 1958 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. 1964 begann die erste der beiden an Affären, Streitereien und teuren Versöhnungen reichen Ehen von Liz Taylor mit dem kaum minder berühmten britischen Kollegen Richard Burton.

Der trinkfeste Waliser war 1963 ihr Partner in dem Historienepos „Cleopatra“ gewesen, einem der teuersten Filme aller Zeiten. Der beste gemeinsame Film der beiden aber war 1966 zweifellos die grandiose Kinoversion des Bühnenhits „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ von Edward Albee. Taylor und Burton spielten darin ein Ehepaar, das sich zerfetzt, beleidigt, betrügt, demütigt und doch liebt. In diesem Film zeigte sich der Star als faszinierende Charakterdarstellerin, die virtuos ihr Können einsetzte. 1967 wurde ihr dafür zum zweiten Mal der Oscar verliehen.

Zweite Heirat mit Richard Burton

Wirklich bedeutende Filme folgten danach keine mehr. Doch die Diva Elizabeth Taylor blieb stets im Blickfeld der Öffentlichkeit. Dafür sorgte ihre erneute, allerdings kurzlebige zweite Heirat mit Burton 1975, nachdem die beiden ein Jahr zuvor geschieden worden waren. Dafür sorgten auch weitere Affären und Ehen, zuletzt mit dem früheren Bauarbeiter Larry Fortensky, den sie schließlich mit einer hohen Abfindung loswerden musste. Schlankheits- und Alkoholkuren machten ebenso Aufsehen wie das vielbewunderte Engagement Taylors im Kampf gegen Aids.

1995 gab eine sehr intime Biografie – von der Taylor heftig, aber vergeblich bekämpft – Einblick in ein Leben, dessen Verlauf der Fahrt in mit einer Achterbahn viel und manchmal allzu viel gleicht. Aber Hollywoods Legende aus anderen Zeiten hat dieses Leben genossen und voll ausgeschöpft. Nun wären ihr noch einige beschaulichere Jahre zu gönnen. Erst aber wird sie zum 70. Geburtstag gefeiert werden. Und die Feste von Liz Taylor waren schon immer besondere Spektakel.

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