Zwettler: Idee zu Uni-Bonds kam von Elsner

Die Idee, die bis 1998 aufgetretenen Verluste in Höhe von rund 639 Mio. Dollar (474 Mio. Euro) mit neuen Investments, den sogenannten Uni-Bonds, wieder zurückzuverdienen, sei von Elsner gekommen.

Das sagte Ex-BAWAG-Chef Johann Zwettler bei seiner Einvernahme aus. Elsner habe damals – im Herbst 1999 – sehr intensiv mit Wolfgang Flöttl, der für die vorangegangenen verlustreichen Investments verantwortlich war, kommuniziert.

Dass die ursprüngliche Options-Strategie, bei der weiterhin auf einen gegenüber dem US-Dollar fallenden Yen gesetzt wurde, nicht so erfolgreich verlief wie erhofft, habe er im dritten Quartal 1999 erfahren. Zu den bereits bis 1998 aufgelaufenen Verlusten von 639 Mio. Dollar kamen laut Anklageschrift weitere Verluste von 477 Mio. Dollar dazu. „Elsner hat uns mitgeteilt, dass es hier interessante Investments gibt, Flöttl habe einen Spitzenmann genannt, Herrn Kaveh Alamouti.“ Dieser wäre bereit, die neuen Investments – wozu auch Drittkunden kommen sollten – zu machen. Alamouti sollte federführend einen neuen Fonds, eben die Uni-Bonds, gestionieren und dabei entscheidend mitwirken.

Über Alamouti selbst habe er sich nicht informiert, Elsner habe ihm gesagt, dass er ihn gemeinsam mit Flöttl getroffen habe. Alamouti habe dabei einen sehr guten Eindruck gemacht, habe ein gutes Curriculum, sei einer der ganz großen Investmentbanker und wäre jetzt zu haben. Gemonitort sei Alamouti durch den Leiter des Treasury, Herrn Thomas Hackl, geworden. Verträge mit Alamouti müssten mit Flöttl abgeschlossen worden sein, er habe gewusst, dass auch Flöttl bei diesen Investments dabei sei. Die Auflage dabei sei gewesen, in verschiedene Risikokategorien zu investieren. Federführend für das Projekt sei Hackl gewesen.

Die neuen Investitionen in Höhe von 350 Mio. Euro durch die BAWAG und 80 Mio. Euro durch Stiftungen erfolgten laut Vorstandsbeschluss. Damit sollte innerhalb von sechs bis sieben Jahren die Verluste ausgeglichen werden. Realistischerweise sei es kurzfristig nicht möglich, damit die bis dahin verlorenen 1 Mrd. Euro zurückzuverdienen, gestand Zwettler auf Befragung durch die Richterin ein. Auch risikolos sei dies nicht möglich. Die Aktennotiz vom Dezember 1999, wo von einer Kreditrückführung von sechs Jahren die Rede ist, heiße nicht, „dass ich in sechs Jahren mit 350 Mio. eine Milliarde verdiene“, so Zwettler.

Nicht konkret beantworten konnte oder wollte Zwettler die Frage von Richterin Claudia Bandion-Ortner, wer die komplizierte Struktur der Uni-Bonds-Veranlagungen – über Fonds, Stiftungen, gemeinnützige Organisationen, etc. – erfunden habe, Elsner oder Flöttl. „Flöttl wollte wieder mit der BAWAG zusammenarbeiten“, so Zwettler dazu kurz.

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