Zweites "Wien-Mitte"?

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Auf den Komet-Gründen nahe dem Schloss Schönbrunn ist ein Hochhausprojekt geplant. Kritik gibt es vom ICOMOS-Präsident (Internationaler Denkmalrat): Er bezeichnet das Projekt als "Angriff auf das Weltkulturerbe".

“Dass man jetzt auch noch versucht, Schönbrunn zu verschandeln, ist grauenvoll”, zeigte sich der Präsident des internationalen Denkmalrates Michael Petzet geschockt. Von dem Projekt kenne er allerdings nur die Visualisierungen, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. Von der Stadt sei er nicht informiert worden.
Wenn es wirklich so geplant sei, wie man den Fotos entnehmen könne, sei das Vorhaben jedenfalls “ein schwerer Angriff auf das Weltkulturerbe”. Es sehe grauenvoll aus, sagte Petzet.

Sein Handlungsspielraum sei allerdings begrenzt. ICOMOS sei nur Berater der UNESCO und habe keine Entscheidungskompetenz, betonte der Präsident. Man werde das Projekt aber weiter genau beobachten.

Fotos entsprechen nicht Realität

Vergangene Woche wurden Montagen jenes Turms veröffentlicht, der in der Nähe des Schönbrunner Schlossareals entstehen soll. Die Planer des Turms zeigten sich verwundert über die publizierten Fotos. “Ich glaube nicht, dass die Fotos die Realität wiedergeben”, meinte Peter Tersch, Büroleiter des mit der Planung beauftragten Architekten Peter Podsedensek. Es würden die Dimensionen nicht passen, hieß es.

Schicker vorerst gelassen
Im Rathaus zeigte man sich im Zuge der neuen Welterbe-Debatte gelassen. “Nix ist fix”, betonte eine Sprecherin von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ). Für das Gelände bestehe derzeit eine Bausperre. Man wolle erst die Meinungsbildung im Bezirk abwarten. Zudem arbeite man an einem Bericht an die für das Weltkulturerbe zuständige UNESCO, hieß es.
Gemäß dem 2002 beschlossenen Hochhauskonzept müsse aber jedes neue Projekt eine zehn Punkte umfassende Check-Liste erfüllen, hieß es.

Die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft pochte unterdessen auf die Einhaltung denkmalpflegerischer Anforderungen.

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