Zweiter Toter nach Krawallen von Fussballfans

Die schweren Krawalle russischer Fussballfans in Moskau haben ein zweites Todesopfer gefordert. Nach Angaben der Polizei starb in der Nacht einer der Verletzten.

Zu den Ausschreitungen war es am Sonntag nach der Niederlage der russischen Nationalmannschaft gegen Japan bei der Fussballweltmeisterschaft gekommen. Rund 50 Menschen wurden verletzt, 60 Personen wurden festgenommen. An den Krawallen waren der Polizei zufolge etwa 8.000 Fussballfans beteiligt.

Bei dem zweiten Toten handelt es sich nach Medienberichten um einen Polizisten, der seinen Stichverletzungen erlag. Die Polizei erklärte allerdings, sie prüfe noch die Identität des Toten und die Umstände seines Todes.

Tausende enttäuschte Fans, die das Match auf einer Grossleinwand in der Nähe des Kremls verfolgt hatten, zogen nach dem 0:1 gegen Japan durch die Strassen, schlugen zahlreiche Scheiben ein und steckten vor dem Parlamentsgebäude und dem Bolschoi-Theater mehrere Autos in Brand. Andere Wagen wurden umgekippt und eingetreten. Auch fünf Musikstudenten aus Japan wurden angegriffen und teils leicht verletzt. Am späten Sonntagabend griffen Randalierer ausserdem eine Unterkunft vietnamesischer Arbeiter an. Nach Polizeiangaben warfen sie leere Bierflaschen gegen das Gebäude.

Die Stadtverwaltung kündigte laut Interfax an, die Weltmeisterschaftsspiele künftig nicht mehr auf Grossleinwänden zu übertragen. Ein Regierungssprecher bezeichnete die Krawalle als „Beleidigung für Millionen russische Fussballfans“.

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