Zwei Tote bei Unruhen in Venezuela

Der 50. Tag des Generalstreiks in Venezuela war am Montag von schweren Unruhen mit 2 Todesopfern und 25 Verletzten überschattet.

Laut Radioberichten ereigneten sich die Auseinandersetzungen am Montag bei einer Kundgebung der Opposition in der Region Valles del Tuy, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt. Anhänger des umstrittenen Präsidenten Hugo Chavez hätten die Demonstranten angegriffen. Daraufhin hätten Polizeieinheiten eingegriffen. Es habe Schießereien und Steinwürfe gegeben. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, aber auch geschossen, erklärte der Gouverneur des Teilstaates Miranda, Enrique Mendoza.

Unter den Verletzten sind den Angaben zufolge auch zwei Polizisten. Die zwei von Kugeln getroffenen Toten seien noch nicht identifiziert worden, erklärte Mendoza. Vor den Unruhen hatte der Linksnationalist Chàvez am 50. Tag des Generalstreiks der Opposition erneut gesagt, er werde das von der Wahlbehörde für den 2. Februar angesetzte Neuwahlen-Referendum nicht anerkennen. Nach Ansicht des linksnationalistischen Staatschefs gestattet die Verfassung ein solches Referendum erst ab August.

Rund hunderttausend Menschen waren am Sonntag in Caracas erneut auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt von Chavez zu fordern. Der Streik der Opposition hat die Ölindustrie lahm gelegt und zu Versorgungsengpässen geführt. Chavez hatte am Freitag deshalb die Abfüllanlage von Coca-Cola und andere Getränkefabriken vom Militär besetzen lassen. Man wolle die von den Firmen gehorteten Produkte unter das Volk verteilen, hieß es. Solche Gewaltaktionen machen eine friedliche Lösung immer unwahrscheinlicher, klagte am Montag Oppositionssprecher und Agrarunternehmer José Betancourt.

Der Friedensnobelpreisträger und frühere US-Präsident Jimmy Carter hat sich am Montag darum bemüht, ein Scheitern der Krisen-Gespräche des venezolanischen Präsidenten mit der Opposition zu verhindern. „Es gibt immer Hoffnung für eine Lösung und ich hoffe, sie wird schnell kommen“, sagte Carter.

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