Zwei Tote bei Protesten in Bangladesch

Bei teils gewaltsamen Protesten der Textilarbeiter in Bangladesch gegen Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen sind am Montag mindestens zwei Menschen getötet worden. Laut Augenzeugen eröffnete die Polizei in Gazipur das Feuer auf die Demonstranten. Die Polizei wies die Vorwürfe zurück. Tausende Menschen beteiligten sich an den Protesten, fast 140 Fabriken blieben geschlossen.


Ein Arbeiter einer Textilfabrik in Gazipur sagte, die Polizei habe das Feuer auf die Arbeiter eröffnet, als diese aus der Fabrik geströmt seien. Zwei Kollegen seien getötet worden, mehrere weitere verletzt. Ein Polizeisprecher bestätigte die beiden Toten. Diese seien vermutlich aber totgetrampelt worden. Die Polizei habe keine tödlichen Waffen eingesetzt.

Laut Polizei beteiligten sich an den Protesten in Konabari im Bezirk Gazipur nördlich von Dhaka mindestens 10.000 Menschen sowie weitere Tausende in anderen Teilen des Bezirks. Auch in Ashulia, einem Vorort der Hauptstadt, beteiligten sich Näherinnen und Näher an den Streiks. Sie protestierten gegen den von der Regierung angekündigten neuen Mindestlohn, der ihnen zu niedrig ist.

Regierungschefin Sheikh Hasina hatte in der vergangenen Woche mit den Fabrikbesitzern eine Erhöhung des Mindestlohns von derzeit umgerechnet 38 Euro auf 50 Euro monatlich vereinbart. Die neue Untergrenze soll ab Dezember gelten. Viele Textilarbeiter verlangen aber eine Anhebung auf umgerechnet 75 Euro im Monat. Gewerkschaften kritisierten, einige Unternehmer würden mit Erhöhung des Mindestlohns ihre Zuschüsse zu Essen und Fahrtkosten kürzen. Der Lohn erfahrener Arbeiter werde nicht in gleichem Maße angehoben wie der einfacher Arbeiter.

Auch mit der Erhöhung des Mindestlohns gehören die Textilarbeiter in Bangladesch weiter zu den am niedrigsten bezahlten in der Welt. Dazu kommen die oft schlechten Arbeitsbedingungen. Im April war das Fabrikgebäude Rana Plaza nahe Dhaka eingestürzt; mehr als 1.100 Menschen wurden getötet. Auch bei Bränden in Textilfabriken starben hunderte Arbeiter.

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