Zugkatastrophe durch Leck von Ammoniumnitrat

Das verheerende Zugunglück in Nordkorea ist nach chinesischen Angaben durch auslaufendes Ammoniumnitrat in einem der beteiligten Züge verursacht worden.

Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag unter Hinweis auf Erkenntnisse der chinesischen Botschaft in Pjöngjang. Das Ausmaß des Infernos ist zunächst weiter unklar.

 
 
Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte am Freitag Regierungsbeamte in Seoul, wonach es möglicherweise bis zu 3.000 Tote und Verletzte bei dem Unglück im Bahnhof von Ryongchon nahe der chinesischen Grenze gegeben hat. „Wir sind dabei, die Berichte zu dem Zwischenfall zu prüfen“, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Nach chinesischen Quellen sollen vorläufigen Informationen zufolge mehr als 1.000 Menschen bei dem Zusammenstoß zweier mit Treibstoff und Flüssiggas beladener Züge getötet oder verletzt worden sein.

 
 
Auch mehr als 18 Stunden nach der Katastrophe war das Feuer am Unglücksort nicht gelöscht. Der britische Fernsehsender BBC zeigte am Freitag Satellitenaufnahmen, auf denen riesige Rauchwolken über einer Stadt zu sehen waren.

 
 
Die Regierung in Pjöngjang habe am Freitag das Rote Kreuz gebeten, am Unglücksort Hilfe zu leisten, sagte der Regionalbeauftragte der Hilfsorganisation, John Sparrow, in Peking. Die stalinistische Führung in Pjöngjang räumte damit erstmals indirekt die Katastrophe ein. Das nordkoreanische Rote Kreuz sei auf dem Weg nach Ryongchon. Yonhap hatte am Donnerstag unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, dass die beiden Gefahrgut-Züge im Bahnhof von Ryongchon zusammengestoßen und dann explodiert seien. Die Regierung hat den Notstand über das Unglücksgebiet verhängt.

 
 
Ob Nordkorea auf eine solche Katastrophe vorbereitet ist, ist fraglich. In dem Land herrscht auch in den Krankenhäusern nach Berichten von internationalen Hilfsorganisationen eine Art Notstand. In den meisten Hospitälern gebe es Strom nur stundenweise am Tag.

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