Zu wenig Hilfe für Flüchtlingslager im Nahen Osten

Internationale Bürgermeister-Konferenz in Wien
Internationale Bürgermeister-Konferenz in Wien
Die Flüchtlingslager im Libanon und Jordanien erhalten immer noch zu wenig internationale Hilfe - diese Warnung war am Donnerstag auf der internationalen Bürgermeister-Konferenz in Wien zu hören. Die Zahlen für 2015 zeigten, dass es nur 45 Prozent der für die Deckung der Grundbedürfnisse nötigen Hilfsgelder gebe, sagte der Ex-Chef des New Yorker Büros der Flüchtlingsorganisation UNHCR, Udo Janz.


Es sei auch für Hilfsorganisationen überraschend, dass trotz des Wintereinbruchs der Flüchtlingsstrom nicht zurückgegangen sei. “Für mich heißt das eindeutig, dass sich die Lage vor Ort – die Ursache für die Flucht – nicht geändert hat”, sagte Janz.

Christian Berger vom Auswärtigen Dienst der Europäischen Union (EEAS) warnte vor einer verlorenen Generation in den Flüchtlingslagern. In einem der größten Lager der Region, Zatari in Jordanien, seien kaum ältere Kinder in den Schulen zu sehen – “ich will nicht einmal daran denken, was die machen”, sagte Berger.

Den Flüchtlingen müsse ein Leben in Würde ermöglicht werden. Auch sei die EU um eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den Aufnahmeländern in der Region bemüht. So befinde sich die Union in Gesprächen mit Jordanien über verstärkte Handelsbeziehungen – es könnten Sonderwirtschaftszonen für Flüchtlinge geschaffen werden, so Berger.

Der Bürgermeister der neben dem Lager Zatari gelegenen Stadt Um Al Jimal, Hassan Ruhaibeh, beklagte die mangelnde Solidarität europäischer Länder. Es sei nicht gerecht, das Land mit der Lage allein zu lassen.

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