"Zu blöd, zu feig" - Treichl sagt sorry für Ausbruch

Erste-Chef Andreas Treichl hat sich am Donnerstag für seinen Ausbruch vom vorigen Freitag bei der Politik entschuldigt.
"Politiker zu blöd und zu feig"
Erste-Chef sorgte für Aufhorchen
Politiker sind beleidigt
Treichl entschuldigt sich
“Ich habe einen rüden Satz von mir gegeben, der mir für all die Politiker leid tut, die mit vollem Einsatz für dieses Land arbeiten und kämpfen”, sagte Treichl in einer Pressekonferenz in der Bankzentrale in Wien.

Er habe pauschal verurteilt, räumte Treichl ein. Pauschalverurteilungen seien immer schlecht. Er wünscht sich allerdings, dass auch die Banken nicht mehr pauschal verurteilt werden, so wie dies seit Jahren passiere. Inhaltlich drängte Treichl die Politik dazu, sich in Brüssel für eine Entschärfung der neuen Kapitalregeln im Sinne der Geschäftsbanken in Österreich und Osteuropa einzusetzen, bevor es zu spät ist. Andernfalls drohe eine Kreditklemme. “Deswegen mein Aufschrei.”

VP-Chef Michael Spindelegger habe eine Task Force von Wirtschaft und Politik zugesagt. Er habe große Hoffnung, dass es auch vom Bundeskanzler Unterstützung gebe, sagte Treichl.

Treichl spaltete Land

Der Erste-Chef Treichl bekräftigte heute seine Absicht, die Staatshilfe (1,2 Mrd. Euro Partizipationskapital) vor Ablauf des ersten Halbjahrs zurückzahlen zu wollen. Möglicherweise beschleunigten sich die Verhandlungen jetzt. Er beiße nicht die Hand, die ihm etwas gegeben habe, versicherte Treichl. Da habe es keine “Fütterer” und keine “Gefütterten” gegeben.

Treichl hat mit seiner Politikerschelte seit Tagen das Land gespalten. Seine Kritik galt dem Ungleichgewicht in den Kapitalvorschriften bei der Kreditvergabe. Für eine gut gehende Firma in Österreich brauche er als Bank heute zehn Mal so viel Eigenkapital wie wenn er eine Anleihe an Griechenland vergebe, wo er jetzt schon wisse, dass die wenn dann nur über die Steuerzahler zurückgezahlt werden könne. Dann der Aufreger: “Das ist eine Frechheit, das ist ein ganz grober Fehler. Unsere Politiker sind zu blöd und zu feig dazu und zu unverständig dafür, weil sie von der Wirtschaft keine Ahnung haben um dagegen zu wirken und das wird Österreich schaden und wir werden hinter andere Länder zurückfallen”.  Eine Demokratie, die solchen Auswüchsen nichts entgegen setzen könne, verliere ihre Legitimation und öffne politischen Scharlatanen Tür und Tor, polterteTreichl am vorigen Freitagabend in einer von der VP in Salzburg veranstalteten Diskussion.

Treichl sorgt für Aufhorchen

Treichl entschuldigt sich

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