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Zivilisten im Heeresspital

Bald könnten Zivilpatienten im Heeresspital in Wien Floridsdorf behandelt werden.

Das Verteidigungsministerium prüft derzeit eine mögliche Öffnung des Heeresspitals in Wien-Floridsdorf für die Zivilbevölkerung. Zuvor müssten jedoch zahlreiche rechtliche und Ausbildungsfragen geklärt werden, außerdem sei eine Bedarfsprüfung erforderlich, sagte Pressesprecher Herbert Kullnig. Ein Ergebnis der Untersuchungen werde voraussichtlich bis Jahresende vorliegen.

Hintergrund für die Überlegungen war einerseits der Auftrag des Finanzministers, in den Ressorts Einsparungsmöglichkeiten und neue Einnahmequellen zu suchen, anderseits der Umstand, dass im Umkreis des Spitals zahlreiche Jungfamilien mit Kindern wohnen. Zu prüfen sei zunächst die Gesellschafts- bzw. Betriebsform eines für Zivilisten zugänglichen Militärspitals, dessen Personal derzeit ausschließlich von Heeresangehörigen gestellt wird. Außerdem gehen „Einnahmen“ des Bundesheeres direkt an das Finanzministerium, im Fall einer Öffnung des Krankenhauses müsse aber sichergestellt werden, dass das Geld zur Reinvestierung im Verteidigungsbereich bleibt.

Für das Heer müsse auch die spezielle militärmedizinische Ausbildung aufrechterhalten bleiben. Dann müsse der Bettenplan überprüft werden, da das Spital nicht nur für die Kasernen im Umland, sondern teilweise österreichweit zur Verfügung stehen muss.

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