Ziegenkäse gegessen: Vierte Person an FSME erkrankt

Schwarzach - Möglicherweise ist noch eine vierte Person nach dem Genuss von selbstgemachtem Ziegenkäse an FSME erkrankt. Das teilte Landessanitätsdirektor Dr. Elmar Bechter mit.

Wie die „VN“ berichteten, besteht bereits bei drei Patienten der dringende Verdacht, dass die im Spital diagnostizierte FrühsommerMeningoenzephalitis durch den auf einer Alpe im Walgau produzierten Ziegenkäse verursacht worden sein könnte. Jetzt stellte sich heraus, dass auch ein Bekannter der Familie von diesem Käse gegessen hat und ebenfalls Symptome von FSME aufweist. Bei der in Frage kommenden Ziege nahm Dr. Bernhard Zainer, Leiter der Lebensmittelkontrolle, vorgestern Blut- und Milchproben. Das Ergebnis soll bis zum Wochenende vorliegen.

Kontrollen geplant

Nachdem sich die Ereignisse praktisch überstürzten, berief Landesstatthalter Markus Wallner gestern eine Expertenrunde ein, um das weitere Vorgehen zu planen. „Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden sofort alle milchproduzierenden Schafe und Ziegen im Großraum Bludenz kontrolliert“, betonte Wallner. Laut Zainer handelt es sich um einen Bestand von rund 100 Tieren. Auf der betroffenen Alpe selbst gibt es lediglich zwei Ziegen, wobei es sich bei einer Geiß um ein Muttertier handelt. Bei der anderen Ziege müssen die Fachleute nach derzeitigem Wissensstand davon ausgehen, dass sie von einer infizierten Zecke gebissen wurde und FSME-Viren über das Blut in die Milch gelangten. „Das Zeitfenster, in dem diese Viren aktiv sind, ist mit maximal ein bis zwei Tagen sehr klein“, erläutert Bernhard Zainer. Aber genau in dieser Zeit dürfte das Tier gemolken und die Milch zu Käse verarbeitet worden sein. Der oberste Lebensmittelkontrolleur fand bei seinem Besuch auf der Alpe noch etwa 20 Stück Ziegenkäse vor. Auch sie wurden beprobt und dann vernichtet.

Unbedenklich

„Es ist nichts von diesem Käse in die Vermarktungskette gelangt, sondern diente lediglich dem Eigenbedarf“, betont Zainer. Und der oberste Lebensmittelkontrolleur verweist darauf, dass die im Handel erhältlichen Ziegen- und Schafmilchprodukte aus pasteurisierter Milch bestehen. Die Konsumenten bräuchten sich also nicht zu sorgen. Die Betroffenen selbst befinden sich laut ärztlicher Auskunft auf dem Weg der Besserung. Um die FSME-Diagnose der später Erkrankten abzusichern, wurden noch einmal Blutproben an das Referenzlabor in Wien geschickt. Damit gibt es in Vorarlberg bereits sechs FSME-Fälle, von denen bislang drei mit Sicherheit nachgewiesen sind. Landesstatthalter Markus Wallner rät angesichts der Entwicklung zur FSME-Impfung. „Sie ist und bleibt der beste Schutz.“

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