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Zählung der zivilen Kriegstoten gestoppt

Die Zählung der zivilen Kriegstoten im Irak ist auf Anordnung des Gesundheitsministers und der amerikanisch geführten Übergangsverwaltung gestoppt worden.

Die Leiterin der Statistikabteilung des Gesundheitsministeriums, Dr. Nagham Mohsen, sagte am Mittwoch der AP: „Wir haben die Erfassung der Informationen gestoppt, weil unser Minister ihr nicht zustimmt. Die Übergangsverwaltung will das auch nicht.“

Gesundheitsminister Khodeir Abbas wies per E-Mail die Darstellung Mohsens zurück. Er habe mit dieser Anordnung nichts zu tun und habe noch nicht einmal gewusst, dass so eine Untersuchung laufe. Mohsen sagte, die Anordnung sei ihr vom Direktor der Planungsabteilung des Ministeriums, Nasar Scabandar, übermittelt worden.

Abbas, ebenso wie Shabandar derzeit auf Auslandsreise, schrieb:
„Mir ist nichts von einer Erhebung ziviler Kriegsopfer bekannt, geschweige denn, dass sie vom Gesundheitsministerium begonnen wurde und noch weniger, dass sie gestoppt worden sein soll.“ Die US-Zivilverwaltung habe ihn auch nicht angewiesen, eine solche Erhebung zu stoppen.

Trotz Abbas Dementis ist schon des öfteren in Medien über eine Erhebung des Gesundheitsministeriums berichtet worden, mit der die Zahl der im Krieg getöteten Zivilpersonen erfasst werden solle. Im August wurde eine vorläufige Zahl von 1.764 genannt. AP war in einer eigenen Erhebung bei irakischen Krankenhäusern auf eine Zahl von 3.240 zwischen 20. März und 20. April im Krieg getöteten Zivilpersonen gekommen. Die Statistik des Gesundheitsministeriums sollte auf Angaben aller Krankenhäuser beruhen und damit umfassender sein.

Mohsen berichtete, dass viele Krankenhäuser Statistiken gesandt hätten. Im vergangenen Monat habe Shabandar sie zu sich bestellt und ihr geraten, sich nicht mehr mit dem Thema zu befassen. Sie hätte eine umfassende Statistik erstellen können, wenn US-Verwaltung und ihr Ministerium das gewollt hätten, sagte sie.

Die USA und Großbritannien haben keine Zahlen über die zivilen Opfer des Krieges erfasst. Sie haben betont, ihr Feldzug sei darauf ausgerichtet gewesen, Opfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

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