Zahlreiche Tote bei Kämpfen im Südjemen

Bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Milizionären im Südjemen sind nach bisher nicht offiziell bestätigten Angaben zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Regierungsgegner wurden in der Stadt Sunjubar, 420 Kilometer südlich von Sanaa, am Donnerstag mindestens 16 Menschen getötet und 30 weitere verletzt.

Auslöser war eine Demonstration für die Eigenständigkeit des Südjemen. Der Nord- und der Südjemen hatten sich 1990 vereinigt. 1994 war ein bewaffneter Aufstand von südjemenitischen Separatisten, die die Vereinigung rückgängig machen wollten, nach zehn Wochen von nordjemenitischen Truppen blutig niedergeschlagen worden.

Aus den Reihen der Milizionäre hieß es, bei den Kämpfen seien sechs Polizisten getötet und zehn Mitglieder der Sicherheitskräfte verletzt worden. Zu den Gefechten kam es, als Regierungstruppen eine Demonstration von Anhängern des geistlichen Würdenträgers Tarek al-Fadhli unterbinden wollten. Bewaffnete Anhänger Fadhlis hätten die örtliche Polizeiwache und andere Einrichtungen der Stadt mit Granaten beschossen, sagte ein Behördenvertreter. Der Islamist kämpft für die Loslösung Südjemens.

Im Südjemen endete 1967 mit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik nach fast 130 Jahren die britische Oberhoheit. 1963 begann der bewaffnete Kampf einer marxistisch orientierten Befreiungsfront gegen die Kolonialmacht. Der Nordjemen stand bis 1918 unter osmanischer Herrschaft und war bis zur Revolution 1962 absolute Monarchie.

In einem bis 1970 dauernden Bürgerkrieg wurden die Republikaner von Ägypten, die Royalisten vom benachbarten Saudi-Arabien unterstützt. Die von Ägypten mit sowjetischen Waffen ausgerüsteten Republikaner unter Oberst Abdallah Sallal besiegten schließlich die Stammeskrieger von König Mohammed al-Badr.

Die jemenitische Wiedervereinigung sollte dem südarabischen Land wirtschaftlichen Auftrieb geben, dennoch verschlechterten sich die Lebensbedingungen. Ursache dafür sind unter anderem die Machtkämpfe und die fehlende Bereitschaft der traditionellen Stammesführer zur Kooperation mit der Zentralgewalt.

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