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Yves Saint Laurent - Das Ende einer Ära

Er sei „unendlich traurig“ über die Schließung seines Modehauses, sagte der Couturier Yves Saint Laurent (66) mit seiner gewohnt leisen Stimme.

„Das ist das Ende einer Liebe, die 40 Jahre gedauert hat.“ Besonders schwer werde es ihm fallen, „nicht mehr jeden Tag mit den Mitarbeitern zu sprechen, die mit großem Talent und Kompetenz meine Vorstellungen in Form gebracht haben“.

41 Jahre lang war der legendäre Modeschöpfer fast täglich in dem Modehaus an der vornehmen Avenue Marceau in Paris anzutreffen, dessen Pforten am Donnerstag endgültig geschlossen wurden. Die Räume ohne die gewohnten Stoffballen sind gespenstisch leer. Auf dem Büro des Meisters, einer einfachen Holzplatte auf zwei Böcken, steht einsam ein Glas mit Buntstiften. Ein Teil seiner 158 hoch qualifizierten Stylisten und Schneider hat bereits neue Arbeitsstellen bei der Konkurrenz gefunden, bei Jean-Paul Gaultier, Azzedine Alaia oder Chanel.

Gearbeitet wurde in dem Atelier bis zur letzten Minute. Als dieser „genialste Modeschöpfer seit Christian Dior“ im Januar seinen Rückzug aus dem Modegeschäft ankündigte, stieg die Zahl der Bestellungen nochmal stark an. Der Kreis der Haute-Couture-Kunden beschränkt sich zwar auf weltweit einige 100 Stars, Schauspieler, Industrielle und gekrönte Häupter, doch ein Abschiedsstück des „Zauberers der Farben und Eleganz“ gilt als etwas Besonderes.

Die Schauspielerin und langjährige Freundin des Meisters, Catherine Deneuve, darf das letzte Modell mit der Seriennummer 77 751 tragen, ein schwarzes Wolljackett mit aufgestickten goldenen Ähren. Im Dezember 1961 war es die Kunstmäzenin Patricia Lopez-Willshaw, die das erste Modell aus dem Atelier mit der Nummer 0001 kaufte.

Offiziell hat sich der Dandy und Multi-Millionär YSL aus Altersgründen zurückgezogen, doch in der Presse war die Rede von Spannungen und Differenzen. PrŒt-ì-porter und Parfüms gingen vor fast drei Jahren an das italienische Haus Gucci, das zum Imperium des französischen Großaktionärs Fran#ois Pinault gehört. Mit der neuen Generation der Designer und Couturiers habe Saint Laurent nichts gemein, hieß es. Saint Laurents Freund, Lebenspartner und treuer Wegbegleiter Pierre Berge meinte, der Meister habe aufgehört, „weil es die Mode, für die er arbeitete, nicht mehr gibt“.

Yves Saint Laurent hat weltweite Triumphe und unerhörte Erfolge erlebt, er hat die Mode revolutioniert und ließ trendgerechte Parfüms kreieren. „Alles was er anfasste, wurde zum Erfolg“, sagt Berg-. Der Smoking für Frauen wird immer mit seinem Namen verbunden bleiben. Saint Laurent blieb zwar immer scheu und mied öffentliche Auftritte, doch an Provokation fand er Gefallen. Nur mit seiner Brille bekleidet ließ er sich 1971 für seine Duft-Kreation „Homme“ auf Werbeplakaten abbilden. Sechs Jahre später landete er mit „Opium“ einen zweiten weltweiten Parfüm-Hit.

Auch wenn es keine exklusiven Haute-Couture-Modelle YSL mehr geben wird, so bleibt der Markenname im Bereich der Düfte und des PrŒt-ì-porter erhalten. Der als talentierter Designer geltende Amerikaner Tom Ford gibt die Linie an und hat bereits erfolgreich Akzente gesetzt. Mit dem Ende des Hauses „YSL“ verabschiedete sich die letzte große Leitfigur aus der Arena der Haute Couture. Jetzt gibt es in Paris nur noch elf Häuser, die sich diesem Luxusprodukt widmen.

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