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Xbox Live Vision

Was manche als Kinderkram abtaten, Sony´s Eye Toy Produktlinie schlägt sich wacker in den Verkaufszahlen und gehört insbesonders im Weihnachtsgeschäft zu den Topsellern der Läden.

Kein Wunder, dass Microsoft jetzt nachzieht, und für seine 360er unter dem Namen die Xbox Live Vision als Zubehör auf den Markt bringt.

Hat man die Verpackung des im 360er Weiß gehaltenen etwas klobig wirkenden Teil geöffnet – die Sony Variante kommt da edler und in schwarz oder silber daher, TV´s sind nun mal eben selten weiß – entdeckt man neben der Kamera mit drei Meter langem Kabel sowie Handbuch auch zwei Codes für Live Games. Uno und Totemball können mit diesen Codes kostenlos downgeloadet werden. Ein Monat Xbox Live Gold (die Version, mit der auch online gezockt werden darf) gibt’s gratis dazu. Konsolentypisch einfach gestaltet sich die Installation. Einfach an einen der freien USB Ports vorne oder hinten an der Konsole angeschlossen, fertig. Die Kamera wird sofort erkannt, das Dashboard verändert sich je nach Bewegung vor dem Fenster in Form von Wellen, wie auf einer Wasseroberfläche. Dass die Kamera aktiv ist, erkennt man auch an einem grünen Ring um die Linse – eine konsequente Designfortführung des „Ring of Light“. Um Treiberdownloads braucht man sich keine Gedanken zu machen, mit dem letzten Dashboardupdate kam der Support für die Kamera bereits mit. Wer seine 360er bisher noch nicht mit dem Internet verbunden hat, bekommt nach der Installation der Onlineverbindung via Xbox Live gleich ein Update automatisch auf die Konsole.

Intuitive Benutzerführung

Unter dem Menüpunkt Xbox Live Vision können diverse Einstellungen für die Kamera vorgenommen werden, die Helligkeit kann verändert werden, bzw kann der Cam mitgeteilt werden, ob man bei Tages- oder Kunstlicht vor der Glotze hockt. Eine coole Funktion ist der Neon Anti-Flicker Filter, für jene, die bei Neonlicht vor der Kamera sitzen, um das Bild zu stabilisieren. Faule lassen die Cam diese Einstellungen jedoch automatisch vornehmen, was in der Praxis recht gut funktioniert. Einzig die Schärfe sollte mittels Drehen des mechanischen Fokusrings je nach Entfernung vom TV noch händisch vorgenommen werden, für ein perfektes Bild. Stichwort Perfektion: Bewegte Bilder, also auch der Videochat laufen mit 640 mal 480 Bildpunkten ab, Standbilder kann die Cam mit bis zu 1,3 Megapixel aufnehmen, was einem Fotohandy in der maximalen Auflösung entspricht.

Videofonie bis zum Umfallen

Eine der feinsten Features, und da unterscheidet sich die Microsoft Variante von Sony, ist sicher die Videochatfunktion zu nennen. Genau wie die Einladung zum Sprachchat kann man seinem Gegenüber, das über die notwendige Hardware verfügt, eine Einladung zum Videotelefonat senden. Voraussetzung: Die Konsole des Gegenüber läuft. Das ganze sieht dann so aus, dass sich ein Screen öffnet, auf dem man sich rechts selbst sieht, und links davon einen leeren Rahmen. Wenn der Andere annimmt, erscheint der Gesprächspartner im diesem Fenster. Die Übertragung läuft auch bei nicht so fixen DSL Leitungen sauber und störungsfrei ab. Wer noch Lust hat, kann mittels diverser Filter sein Konterfei verfremden. Dies geschieht einfach durch Anwahl beim Controller, mittels dem die Cam auch „gemutet“, also auf Nicht-Senden geschaltet werden kann. Neben Text und Sprache kann man mit Xbox Live Vision auch Bilder an sein Gegenüber versenden, die mit der Cam aufgenommen wurden.

Gamefaktor kommt noch zu kurz

Zum Punkt Games: Derzeit werden die Live Arcade Games UNO und TotemBall unterstützt. Bei ersterem wird beim jeweiligen Kartendeck das eigene Gesicht angezeigt, bei TotemBall geht es um die Steuerung einer kleinen Kugel durch diverse Welten mittels viel Herumgefuchtel. Bei TotemBall erscheint die Steuerung aber noch unausgereift, das ständige Hochhalten der Arme ermüdet rasch. Es bleibt aber zu hoffen, dass Microsoft beim Gameportfolio da noch nachbessert. Ein cooles geplantes Feature: Die Möglichkeit, sein Gesicht via Xbox Cam aufzunehmen, und einem virtuellen Charakter aufs selbige zu pappen. Da bekommen Onlinegefechte via Xbox Live zum Beispiel im kommenden Rainbow Six Vegas gleich eine persönliche Komponente. Derzeit werden zudem noch die Games der Heartwood Serie, wie zum Beispiel Backgammon unterstützt, auch hier wird das Bild eingeblendet.

Fazit: Die Xbox Live Vision Cam ist ein nettes Stück Hardware geworden. Technisch ausgereift, fehlt es der eigentlichen Hardware aber noch an passender Software. Wer aber Freude an Videochats hat, den dürfte die Cam freuen. Ohne Angst vor hohen Telefonrechnugnen kann hier stundenlang mit Freunden videofoniert werden, die Übertragung von Bild und Ton läuft einwandfrei. Eye Toy Freaks sollten vielleicht noch etwas abwarten, denn es sollte doch mehr drin sein, als nur ein mäßiges TotemBall und ein paar Video-Einblendungen in Games.

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