WWF warnt vor den Folgen überfischter Meere

Anlässlich des internationalen Fischereitags warnt der WWF vor den Auswirkungen überfischter Meere.
Anlässlich des internationalen Fischereitags warnt der WWF vor den Auswirkungen überfischter Meere. ©Jens Büttner/dpa
Am Sonntag, dem 21. November, ist internationaler Fischereitag. Zu diesem Anlass warnt die Umweltschutzorganisation WWF vor den Auswirkungen überfischter Meere.

Anlässlich des internationalen Fischereitags am Sonntag, dem 21. November, warnt die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) vor den Auswirkungen überfischter Meere auf Natur und Menschen rund um den Globus. "Weltweit sind mehr als ein Drittel der Fischbestände überfischt, weitere 60 Prozent sind am Limit. Dazu kommt die Klimakrise, die viele Meeresarten bedroht", gab Simone Niedermüller, Meeresbiologin beim WWF Österreich, zu bedenken.

WWF warnt vor den Auswirkungen überfischter Meere

Betroffen sind vor allem Entwicklungsländer, wo gerade die dort praktizierte handwerkliche Kleinfischerei wichtig für die Ernährungssicherheit ist. Sie versorgt kleine Gemeinden auch dann mit Nahrung, wenn andere Lieferketten zusammenbrechen. "Fisch ist eine essenzielle Nahrungsquelle für fast die Hälfte der Weltbevölkerung. 800 Millionen Menschen leben direkt oder indirekt von Fischerei. Die Überfischung wird für diese Menschen zur existenziellen Bedrohung", warnte WWF-Expertin Niedermüller.

Rund die Hälfte der Tätigkeiten im Fischereisektor von Frauen erledigt

In der öffentlichen Wahrnehmung wird Fischerei immer noch vor allem mit Männern assoziiert. Tatsächlich werden jedoch rund die Hälfte der mit dem Fischereisektor verbundenen Tätigkeiten von Frauen verrichtet, oftmals jedoch schlechter oder gar nicht bezahlt. In der Verarbeitung und dem Verkauf machen Frauen sogar 70 bis 90 Prozent der Beschäftigten aus. Als oft unbezahlte Arbeitskräfte leisten Frauen in vielen Bereichen, etwa bei der Aufbereitung und im Verkauf oder der Pflege der Netze unverzichtbare Arbeit. Die nicht-industrielle Fischerei ist eine Tätigkeit, in die oft die gesamte Familie mit einbezogen ist.

Facharbeiterinnen spielen eine Schlüsselrolle

Dabei wäre eine bessere Einbindung der im Fischereisektor tätigen Frauen ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit. "Wo Frauen und Männer gleichermaßen in die Bewirtschaftung der Ernährungsgrundlagen eingebunden werden, kann das nachweislich zu einem schonenderen Umgang mit den Ressourcen führen", sagte Niedermüller mit Verweis auf ein WWF-Positionspapier. "Um als Facharbeiterinnen eine Schlüsselrolle zu spielen und abgesichert zu sein, brauchen sie entsprechende Ausbildungen, Anerkennung und Möglichkeiten."

Klimakrise ist die größte Bedrohung für Artenvielfalt im Meer

Neben der Überfischung ist die Klimakrise die größte Bedrohung für die Artenvielfalt im Meer. Gerade im globalen Süden gefährdet die Erderhitzung die Fischbestände. Deshalb fordert der WWF die Einführung von Schutzgebieten auf 30 Prozent der Meeresfläche bis 2030: "Schutzgebiete sind überlebenswichtiger Erholungsraum für bedrohte Tierarten und helfen ihnen bei der Anpassung an die Folgen der Erderhitzung", erklärte Niedermüller. Außerdem müsse gerade in den Industriestaaten der Fischkonsum reduziert werden. Österreich importiert ganze 95 Prozent seines Fischbedarfs. "Wir müssen unseren Konsum von Fisch deutlich einschränken, damit der Fisch als wertvolle Nahrungsquelle dort erhalten bleibt, wo er am dringendsten gebraucht wird", forderte die WWF-Expertin.

(APA/Red)

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