WWF rät: Vorsicht beim Kauf des Weihnachtsbratens

Bei vielen kommt an Weihnachten Fleisch auf den Tisch.
Bei vielen kommt an Weihnachten Fleisch auf den Tisch. ©pixabay.com
Der WWF hat den ökologischen Fußabdruck von Pute, Lamm und Gehegewild bewertet und einen Ratgeber für den Weihnachtsbraten zusammengestellt. Greenpeace warnt indes vor scheinbar nachhaltigem Fisch.

Die Umweltorganisationen machen sich Sorgen darüber, was in Österreich rund um Weihnachten auf die Festtagstafel kommt: Der WWF präsentierte am Donnerstag einen aktuellen Ratgeber zur Orientierung beim Kauf des Festtagsbratens, während Greenpeace vor scheinbar nachhaltigem Fisch warnte.

Nur sechs Prozent des Fleisches in Supermärkten hochwertig

Neben der bisherigen Auswertung von Rind, Schwein und Huhn wurden in der aktuellen Ausführung vom WWF nun auch Lamm, Pute und Gehegewild nach Indikatoren wie Klima, Artenvielfalt, Überdüngung, Pestizide, Antibiotika und Tierwohl bewertet und mit Ampelfarben versehen. Grünes Licht gibt es nur für sechs Prozent des in Supermärkten eingekauften Fleisches - nämlich nur für jenes, das unter Einhaltung biologischer Qualitätsstandards produziert wurde.

"Wer bei Weihnachtspute, Lamm- oder Hirschbraten sicher gehen will, sollte am besten zu Bio-Qualität aus der Region greifen", meinte Hannah-Heidi Schindler vom WWF Österreich. Gerade bei Putenfleisch gebe es eine hohe Quote an importiertem Fleisch aus Deutschland, Polen oder Ungarn. "Dort herrschen niedrigere Tierwohlstandards und die Tiere werden mit Soja aus Übersee gefüttert, wofür wertvoller Regenwald gerodet wird." Bei Lammfleisch kommen teils große Transportwege aus Großbritannien oder gar Neuseeland hinzu. Auch Gehegewild würde besonders häufig importiert.

WWF fordert transparente Kennzeichnung bei Fleisch

Der WWF fordert eine gesetzliche Verpflichtung zur transparenten Kennzeichnung nach Herkunft und Tierwohl bei Frischfleisch und verarbeiteten Fleischprodukten sowohl im Einzelhandel als auch in der Außer-Haus-Verpflegung inklusive der Gastronomie. Denn bisher fehlt diese Angabe bei mariniertem oder anderweitig verarbeiteten Fleischprodukten und ist nur bei verpacktem Frischfleisch notwendig.

Da traditionell oft Fisch auf dem Teller landet, warnt die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor vermeintlich nachhaltigen Gütesiegeln wie MSC und ASC. Stattdessen wird empfohlen, den Konsum stark zu reduzieren. Über 90 Prozent der in Österreich konsumierten Fische werden importiert, ein Großteil stammt aus den Meeren. Laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen sind knapp 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände bereits bis an die Grenze genutzt oder überfischt. Zertifizierungen wie das MSC-Siegel könnten entgegen ihrer Marketing-Versprechungen keine Nachhaltigkeit garantieren.

(APA/red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • WWF rät: Vorsicht beim Kauf des Weihnachtsbratens
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen