Wolken. Welt des Flüchtigen: Neue Ausstellung im Wiener Leopold Museum

Wolken aus 200 Jahren werden im Wiener Leopoldmuseum gezeigt.
Wolken aus 200 Jahren werden im Wiener Leopoldmuseum gezeigt. ©The Samuel Courtauld Trust, The Courtauld Gallery, London
Nach den nackten Männern stehen im Wiener Leopold Museum nun Wolken auf dem Programm. Gezeigt werden Wolken aus 200 Jahren - und keine gleicht der anderen. Die Ausstellung läuft vom 22. März bis zum 1. Juli.
Nackte Männer sorgten für Besucherandrang

Wie beliebt Wolken sind, hat das Leopold Museum bereits mit dem angekündigten Besuch einer britischen Delegation am ersten Ausstellungstag erfahren: So werden Mitglieder der “Cloud Appreciation Society”, die laut Direktor Tobias G. Natter über 30.000 Mitglieder zählt, die heute Abend eröffnende Schau begutachten. Und diese bietet weit mehr, als man sich bei einer ersten innerlichen Vergegenwärtigung von Wolken-Sujets in der Kunstgeschichte ausgemalt hat: Der Bogen reicht von Impressionisten wie William Turner, Claude Monet und Paul Cezanne über Ferdinand Hodler und Gustav Klimt bis hin zu Gerhard Richter und Andy Warhol, dessen “Silver Clouds” in einem eigenen Raum als begehbare Mitmach-Installation vertreten sind.

Wolken im Leopold Museum

Doch die Kuratoren Natter und Franz Smola gehen mitnichten chronologisch vor: Insgesamt zwölf Kapitel geben Einblicke in so unterschiedliche Themenfelder wie “Wolken als Ornament”, “Aufsteigendes Gewitter”, “Über den Wolken” oder “Industriewolken”. Und so kommt es, dass Olafur Eliassons Foto einer von Nebel umhüllten Industrielandschaft (1997) in Nachbarschaft von Franz Senkinc’ knallbunter “Nocturne (Vorstadtszene)” aus dem Jahr 1926 zu finden ist oder der von George R. Caron fotografierte Atomblitz über Hiroshima sich zu Josef Rebells Gemälde “Vesuvausbruch” von 1822 gesellt. Das Kapitel “Fiktive Wolken” schlägt schließlich die Brücke zu Anselm Kiefers Sternenkonstellation (2004), Dietrich Wegners Installation “Playhouse” (ein Atomblitz mit Strickleiter in den vermeintlichen Himmel) oder einer subtilen Videoarbeit von Lisa Weber. Letztere zeigt das Gesicht einer jungen Frau, die je nach Sonneneinstrahlung oder Bewölkung unterschiedlich oft blinzelt.

Vielseitige Ausstellung in Wien

Nicht zu übersehen ist durch die gesamte Ausstellung hindurch die deutliche Präsenz der Fotografie, wie es sie bisher in der Geschichte des Hauses noch nicht gab, wie Tobias Natter bei der Pressekonferenz ausführte. Schließlich ermöglichte die frühe Fotografie im 19. Jahrhundert erstmals, die Flüchtigkeit der Wolken tatsächlich einzufangen. Aber auch ein weiteres Medium ist in der Ausstellung ungewohnt stark vertreten: Nämlich die Musik in Form ihrer Schallplattencover. Ebenso überraschend wie die mannigfache Thematisierung der Wolken in der bildenden Kunst abseits barocker Deckenmalerei ist jene in der grafischen Gestaltung: Ein Vitrinenband, “das die Erscheinung eines Wolkenbandes mit der Idee einer Klangwolke verschränkt”, bietet hunderte Plattenhüllen von Richard Wagner über John Lennon bis hin zu Pink Floyd und zieht sich gleichsam als kontraststarker Leitfaden durch die gesamte Ausstellung, Hörbeispiele inbegriffen.

Die Ausstellung “Wolken. Welt des Flüchtigen” im Leopold Museum läuft vom 22. März bis 1. Juli. Täglich außer Dienstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Donnerstag 10 bis 21 Uhr. (APA)

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