Wojtanowicz schießt St. Pölten zum Derby-Sieg über Admira

Rückschlag für Walter Schachners Admira in St. Pölten
Rückschlag für Walter Schachners Admira in St. Pölten ©vienna.at/sportsshooter.at
In der letzten Saison fielen in den drei Zweitliga-Duellen von St. Pölten und Admira immer mindestens drei Tore. Diesmal entschied ein Streich von St. Pöltens Stürmer Michael Wojtanowicz das in der Schlussphase recht rassige NÖ-Derby.

Vor einigen Jahren war St. Pölten gegen Admira noch der Derby-Kracher um die Nr. 1 von Niederösterreich, wenngleich die beiden Klubs selbst in ihrer besten Zeit keine Zuschauer-Magneten waren. Derzeit versuchen beide im Schatten von Bundesligist Wr. Neustadt auf kurz oder lang wieder erstklassig zu werden. 1.800 Zuschauer bekundeten am sonnigen Samstagnachmittag durch ihre Anwesenheit am Voithplatz ihr Interesse daran.

Geboten bekamen sie zunächst einen mittelmäßigen Zweitliga-Kick, geprägt von zahlreichen Zweikämpfen und Fehlerketten in den Mittelfeldreihen. Mehr Spielanteile hatte die zuvor zweimal hintereinander siegreiche Admira; und in der ersten halben Stunde auch zwei Torszenen: In der 6. Minute bekam Marcus Hanikel einen Querschläger serviert, konnte den Ball aber nicht ins Tor drücken, weil er selbigen nicht voll traf und Marc-Andre Unterhuber deswegen auf der Linie klären konnte. In der 28. Minute platzierte Vladimir Janocko einen Freistoß gut, brachte aber zu wenig Druck auf den Ball, den Thomas Vollnhofer gut parieren konnte (26.). St. Pöltens beste Szene war ein Querpass von Robert Gruberbauer, den Michael Wojtanowicz knapp verpasste (23.).

In der Schlussphase der ersten Hälfte gab es überhaupt keine sehenswerten Kombinationen mehr, sieht man von einer ambitionierten, missglückten Flugeinlage von Martin Pusic ab, der eine ungenaue Flanke von Froylan Ledezma verpasste.

Ein schlecht angetragener Schuss von St. Pöltens Kapitän Jochen Fallmann war dann die erste Szene in der zweiten Hälfte, die ganz, ganz flüchtig einen Hauch von Torgefahr erwarten ließ. Eine Minute später (55.) gab es eine richtige Torchance für die Admira, als Ledezma für Janocko den Weg frei sperrte und der Vollnhofer mit einem strammen Schuss zu Boden zwang. Nach rund einer Stunde brandete erstmals großer Applaus beim St. Pöltner Publikums für die „Wölfe“ auf, als Ümit Derin in den Lauf von Wojtanowicz spielte, der aber am entgegen springenden Thomas Mandl scheiterte. Kurz darauf riss es viele Fans sogar von den Sitzen, denn Wojtanowicz brachte nach Vorarbeit von Michael Ambichl St. Pölten aus kurzer Distanz 1:0 in Führung (65.). Dabei hatte Mandl erneut fast klären können, doch nach seiner Parade fiel der Ball wieder Wojtanowicz am starken Linken.

Die zuvor feldüberlegene Admira verlor anschließend völlig den Faden. Auch die drei raschen Wechsel von Trainer Walter Schachner bewirkten keine Schubumkehr. St. Pölten traute sich plötzlich mehr, zeigte weitaus mehr Aggressivität und Siegeswillen. Knapp vor Schluss hätten die Gastgeber einen Elfmeter zugesprochen bekommen müssen, nachdem Gruberbauer von den Beinen geholt worden war. Schiedsrichter Robert Schörgenhofer sah aber eine Schwalbe und gab St. Pöltens Offensivspieler Gelb. Damit hatte dann die Begegnung wenigstens noch ein paar Minuten den Charakter eines reschen Derbys. Spielerisch war es keine Offenbarung.

St. Pöltens Trainer Martin Scherb: „Zu Beginn waren wir noch etwas verunsichert, danach haben wir aber wenig Möglichkeiten zugelassen und Admira zurück gedrängt. Dass wir auch bei den zweiten Bällen und Kopfbällen dabei waren, war ein Schlüssel zum Erfolg. An guten Tagen können wir jeden schlagen.“

Siegtorschütze Michael Wojtanowicz: „Nach dem Dienstag (Anm.: 0:3-Heimniederlage gegen die Austria Amateure) war Wiedergutmachung angesagt. In der ersten Hälfte sind wir hinten gut gestanden. In der zweiten Hälfte haben wir eine der zwei guten Torchancen verwertet.“

Admira-Trainer Walter Schachner: „In der ersten Hälfte haben wir St. Pölten beherrscht. Mit der zweiten Hälfte bin ich nicht zufrieden. Wir werden wohl künftig wohl öfters trainieren. Janocko und Ledezman haben mir zu wenig gezeigt.“

SKN St. Pölten – Trenkwalder Admira 1:0 (0:0)
Voith-Platz, 1.800 Zuschauer

Tor: 1:0 (65.) Wojtanowicz

St. Pölten: Vollnhofer – Unterhuber, Schaller, Speiser, Derin – Ambichl (73. Gravogl), Fallmann, Sobczyk (58. Zwierschitz), Lenko (64. Ismaili), Gruberbauer – Wojtanowicz
Admira: Mandl – Laschet (76. Hota), Diban, Horvath, A. Schicker – Janocko, Mattes, Toth, Pusic – Ledezma (71. R. Schicker), Hanikel (75. Friesenbichler)

Gelbe Karten: Sobczyk (20. Foul), Ambichl (26. Foul), Toth (82. Foul), Hanikel (88. Foul)
Die Besten: Derin, Wojtanowicz; Mandl, Mattes

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