AA

Wölfe: Schutz von Alpwirtschaft und Menschen geht laut Wallner vor

Für Wallner geht der Schutz der Bevölkerung vor.
Für Wallner geht der Schutz der Bevölkerung vor. ©APA/TOBIAS STEINMAURER(Symbolbild)
Die Vorarlberger Landesregierung rechtfertigte nach der Regierungssitzung den vor vier Tagen ausgestellten Entnahmebescheid für einen Wolf. Laut dem Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) gehe der Schutz von Alpwirtschaft und Bevölkerung vor.

Es gehe nicht darum, das - nicht mehr gefährdete - Beutetier auszurotten, bei einem Schadwolf "werden wir aber an einer gewissen Art der Regulierung nicht vorbeikommen, letztlich auch dem Wolf zuliebe", sagte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP).

Wolfsthema: Wildökologe Hubert Schatz war eingeladen

In die Regierungssitzung war Wildökologe Hubert Schatz eingeladen worden, um die Landesregierung genau über die aktuelle Situation zu informieren und das weitere Vorgehen zu erörtern. Er berichtete von starken Zuwächsen bei den Quell-Wolfspopulationen in umliegenden Gebieten wie Graubünden, Italien und Deutschland, die insgesamt mehrere tausend Tiere stark sind. Die Entnahme, also der Abschuss, eines einzelnen Schadwolfs sei für die Population völlig irrelevant, erfolge sie aber nicht, könne das für die Wölfe insofern problematisch werden, dass sie wieder verhasst würden.

Die schnelle Entscheidung für einen Entnahmebeschluss sei richtig gewesen, betonte Wallner. Eine Bekämpfung solcher Beschlüsse sei nicht zielführend und würde gesetzliche Maßnahmen nötig machen, sagte er. Diese Möglichkeit halte sich die Landesregierung für den Herbst ohnehin offen, angesichts der "unzufriedenstellenden Rechtslage", die er als eher behindernd sehe. Für den Entnahmebescheid, eigentlich eine Aufhebung der Schonvorschrift, wurde laut Schatz ein möglichst eng gefasstes Gebiet definiert, damit genau der gesuchte Schadwolf erlegt würde - der zuerst einmal gefunden werden muss, wie Wallner zu bedenken gab. In diesem Gebiet ist der Jagdberechtigte bzw. das Schutzorgan bis 15. Oktober - dann ist die Alpsaison auch für Schafe beendet - berechtigt, den Wolf zu schießen.

Wallner: Schutz von Alpwirtschaft und Bevölkerung geht vor

Auch Landesrat Christian Gantner (ÖVP) stellte klar, dass man den Wolf nicht ausrotten wolle, aber "ein Tier, das keine natürlichen Feinde hat und nicht reguliert werden kann, bringt ein Ungleichgewicht in die Natur." In Sachen Wolf gelte es, aus den Erfahrungen der Nachbarländer zu lernen. Herdenschutz sei im alpinen Gelände nur begrenzt sinnvoll, weil Wölfe diesen einfach überspringen könnten. Außerdem sei er eine Kostenfrage. Der Wolf sei nicht mehr gefährdet, aber die Alpwirtschaft sei in Gefahr, so Gantner.

Eine unmittelbare Bedrohung für den Menschen sah Schatz in Vorarlberg aktuell nicht. "Der Wolf ist und bleibt aber ein Raubtier", das theoretisch gefährlich werden könne, so wie das etwa auch für einen herrenlosen Hund gelte. Er könne Sorgen und Fragen der Menschen nachvollziehen, die wüssten, dass ihn ihrer Gegend ein Wolf lebe.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Wölfe: Schutz von Alpwirtschaft und Menschen geht laut Wallner vor
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen