WKÖ-Umfrage: Österreicher mit Tabakgesetz eher zufrieden

Die Österreicher - so eine von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) beim Meinungsforschungsinstitut "market" in Auftrag gegebene Umfrage mit rund 400 Probanden über 15 Jahren - sind derzeit zu drei Viertel mit dem Nichtraucherschutz zufrieden.
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Nichtraucher frequentieren jetzt Lokale eher häufiger, Raucher weniger. Diese Ergebnisse wurden am Montag bei einer Pressekonferenz der Standesvertreter der Gastronomie in Wien präsentiert. Der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger bezweifelte die Stichhaltigkeit der Resultate.

“Wir waren mit unserer (österreichischen, Anm.) Lösung auf dem richtigen Weg”, sagte Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie der WKÖ. Prävention müsse weiter betrieben werden, “aber nicht auf dem Rücken der Gastronomie”. Zu einer Schließung von Lokalen durch die Tabakgesetzgebung, die seit 1. Juli vergangenen Jahres voll in Kraft sei, wäre es nicht gekommen. Umsatzeinbußen hätte es allerdings in jenen 70.000 Gastronomiebetrieben gegeben, in denen die Speisenverabreichung nicht im Vordergrund stehe: in Bars, Diskotheken und Beisln.

Werner Beutelmeyer, “market”-Geschäftsführer, stellte die Detailergebnisse der Umfrage von Ende 2010 vor, auch im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2009:

– 74 Prozent der Bevölkerung halten das “Miteinander” von Rauchern und Nichtrauchern derzeit für “zufriedenstellen” oder “eher zufriedenstellend”, 21 Prozent hingegen für “eher nicht zufriedenstellend” oder “gar nicht zufriedenstellend” (2009: 63 Prozent bzw. 20 Prozent).

– Ein Prozent der Raucher besuchen häufiger Gastronomiebetriebe, 66 Prozent gleich häufig, 33 Prozent seltener. Dafür gehen fünf Prozent der Nichtraucher jetzt öfter in Lokale, 78 Prozent gleich oft und 17 Prozent seltener.

– 72 Prozent der Bevölkerung haben vorgenommene Raumabtrennungen zwischen Raucher- und Nichtraucherbereichen wahrgenommen.

– 31 Prozent der Österreicher würden ein totales Rauchverbot in der Gastronomie in Österreich präferieren, 67 Prozent würde das “nicht vorziehen” (2009: 33 bzw. 63 Prozent). Für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie durch EU-Gesetzgebung wären demnach 32 Prozent der Menschen, 65 Prozent sind dagegen (2009: 39 bzw. 59 Prozent). Der verbliebene Rest der Befragten machte jeweils keine Angaben.

– Laut der Umfrage ist der Anteil der regelmäßigen Raucher an der Gesamtbevölkerung von 23 Prozent im Jahr 2009 auf 27 Prozent im Jahr 2010 gestiegen, jener der Gelegenheitsraucher von acht auf neun Prozent. Der Anteil der Nichtraucher sei von 69 auf 64 Prozent gefallen.

Der bei der Pressekonferenz anwesende Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger (MedUni Wien) bezweifelte in einem Gespräch nach der Veranstaltung gegenüber der APA die von “market” erhobenen Daten massiv: “Dies ist der übliche Versuch, durch Wiederholung manipulierter Umfrageergebnisse, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, bis es die Öffentlichkeit glaubt.” Eine eigene mit fast 1.600 Probanden in Wiener Lokalen durchgeführte Umfrage sowie eine Umfrage der MedUni Graz hätten zu ganz anderen Ergebnissen geführt.

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