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Wirtschaftskrise trifft die "Kleinen"

Gerade die in Österreich medial vergleichsweise "kleinen" Sportarten wie Handball, Volleyball, Basketball oder American Football gehen angesichts der Wirtschaftskrise mit mulmigen Gefühlen ins Jahr 2009.

Volleyball-Verbandspräsident Peter Kleinmann etwa macht sich “Sorgen” um seinen Sport, aber auch die Lage des heimischen Sports im Allgemeinen. Der Handballbund musste bereits Einbußen bei der Sponsorakquirierung hinnehmen, und Alfred Neugebauer bewegt sich mit seinen American-Football-Vikings ohnehin schon am “absoluten Minimum”.

Vikings: “Ein Wahnsinn”
“Die wirtschaftliche Situation ist für uns ein Wahnsinn”, sagte Neugebauer, der bei den Vikings, die seit Jahren zur europäischen Spitze zählen, für Sponsorakquisition und Eventmarketing verantwortlich zeichnet. Die Gründe: “Chrysler-Dodge ist uns als Hauptsponsor abhandengekommen, die Brau-Union hat ihr Sponsoring um 50 Prozent reduziert.” Neugebauer betonte die sozialpolitische Komponente der Vereinstätigkeit. “Bei uns wird das Geld für den Nachwuchs, für die Coaches oder die Auswärtsfahrten mit drei Bussen verwendet. In einer Woche sind 700 Aktive auf unserer Trainingsanlage (Wien-Simmering, Anm.), die horrende Betriebskosten hat.” Die Mitgliedsbeiträge seien der “zweitgrößte Sponsor”, neue Partner zu finden sei schwer. Neugebauer: “Die Finanzkrise ist die Nummer-eins-Ausrede, Leute rausschmeißen und Marketinggelder streichen geht eben am schnellsten.”

Auswirkungen auf den Breitensport
Auch Kleinmann sind in seiner Eigenschaft als Manager der aon hotVolleys die Vorboten der Krise nicht entgangen. “Es ist ein Problem, und ich mache mir Sorgen. Partner überlegen jetzt”, sagte der jahrzehntelange Funktionär. “Es geht um Dinge, die nicht messbar und bewertbar sind und in allen Branchen als Erste gestrichen werden.” Große Sportarten wie Fußball seien in der Lage, die Einbußen zu verkraften, Volleyball, Handball oder Leichtathletik kämen durch merkliche Einbußen aber ins Trudeln.

Kleinmann sieht freilich auch die Gesamtverfassung des heimischen Sports in Gefahr. Durch sinkende Sponsoreinnahmen seien sowohl Spitzenleistungen als auch die sozialpolitische Rolle zahlreicher Vereine gefährdet. Leistungen im Nachwuchsbereich könnten etwa nicht mehr erbracht werden. “Es betreiben ohnehin nur 40 Prozent der Jugendlichen Sport, diese Zahl wird dann weiter zurückgehen. Spitzenleistungen sind außerdem oft der Anlass für Jugendliche, selbst aktiv zu werden. Ich sehe im Profisport keinen wirklichen Sinn, außer dass Jugendliche Sport betreiben.”

Heim-EM hilft Handball
Für ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner, dem die Heim-EM im Jänner 2010 ins Haus steht, zeitigte die Krise bereits spürbare Auswirkungen. “Natürlich merken wir das, wir haben Absagen von Sponsoren gehabt, die im 100.000-Euro-Bereich liegen. Das tut weh”, bestätigte Hausleitner. “Dementsprechend können wir den Dingen nicht gelassen entgegenblicken und müssen vorsichtig sein. Das lässt sich direkt auf die Krise zurückführen. Davor haben die Firmen noch sehr positive Reaktionen gezeigt. Wir haben aber noch ein Jahr und müssen hart arbeiten.” Das Großereignis käme in der aktuellen Situation aber durchaus gelegen: “Grundsätzlich hilft uns die EM im Zusammenhang mit der Krise. Ohne diesen Schub wäre es für uns wesentlich schwieriger.”

Die Situation der Vereine sei schon vor der Krise schwierig gewesen und werde nicht leichter werden. “Eine Bewegung nach oben ist sicher nicht möglich. Ich sehe die Chance aber auch darin, dass das Legionärsthema nicht mehr so groß sein wird, weil Legionäre mit Fixkosten verbunden sind”, sagte Hausleitner.

HLA: “Krise wird herbeigeredet”
Vergleichsweise gelassen sieht es Thomas Menzl, Geschäftsführer der Handball Liga Austria (HLA) sowie Manager der aon Fivers. “Im Moment wird die Krise herbeigeredet. Ich sehe derzeit keine Anzeichen und verfalle daher nicht in Panik”, merkte der Wiener an und verwies auf die kommenden Monate. “Bei den Leuten, mit denen ich geredet habe – das sind Klein-Unternehmer – habe ich in diese Richtung noch nichts gehört. Spannend wird es erst im Frühjahr sein, wenn die Verhandlungen mit den Sponsoren anstehen.” Das Thema “Liga-Hauptsponsor” – Samsung hatte die Partnerschaft 2005 nach drei Jahren beendet – ist freilich etwas in den Hintergrund gerückt. “Das wird sicher nicht leichter”, bestätigte Menzl. “Ich habe das Gefühl, dass es ganz allgemein vor allem bei großen Firmen schwerer wird, etwas zu erreichen.”

Menzl wollte aber auch positive Nebeneffekte ausgemacht haben. “Mancher Funktionär wird in punkto Spielergehälter in Zukunft etwas vorsichtiger sein.” Die Krise des ORF stelle für die TV-Berichterstattung auf ORF Sport Plus keine Gefahr da. “Mit dem ORF haben wir erst im Sommer 2008 einen Vertrag bis 2011 abgeschlossen. Die Probleme sehe ich auch als Chance, denn der Sender hat da eine günstige Sendefläche zur Verfügung.”

Basketball: “Chance zur Selbstbereinigung”
Im Basketball zeigte sich Liga-Präsident Norbert Steger froh, die “wichtigen Verträge” mit einem Ligasponsor (Admiral Sportwetten) bis 2011 und mit dem TV-Sender Premiere (um drei Jahre verlängert) bereits im vergangenen Sommer abgeschlossen zu haben. Dennoch ist der ehemalige Handelsminister optimistisch, dass sich die Wirtschaft ab Sommer 2009 wieder erholen werde. Für Roman Leydolf, Finanzreferent der Xion Dukes Klosterneuburg, ist es “aus heutiger Sicht” freilich “nahezu unmöglich, neue Sponsoren zu akquirieren”. Leydolf sieht in der Krise aber auch eine “Chance zur Selbstbereinigung”. Obwohl es mehr Spieler als je zuvor auf dem Markt gebe, seien selbige teurer geworden. Das sei ein Widerspruch. Gmundens Manager Harald Stelzer sieht “momentan keine Anzeichen in negativer Hinsicht”, wenngleich er darauf hinwies, dass sein Verein über “wenig langfristiges Sponsorship” verfüge.

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