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Wirtschaftsinitiative für Künstlerhaus

10 Mio. Euro werden für Sanierung des Hauses am Karlsplatz benötigt. Ein Drittel davon könnte aus der Privatwirtschaft kommen. Die Wiedereröffnung wird für 2007 zur 140-Jahr-Feier angestrebt.

Wer derzeit am Wiener Künstlerhaus am Karlsplatz vorbeikommt, dem fallen zunächst einmal die aus den Fenstern des ersten Stocks herausquellenden Schaumstoffwülste auf. Die sind keine Fassadenmängel, sondern Teil einer bis 11. Juli laufenden Kunst-Installation von Josef Trattner. Wer freilich um das Haus herumgeht und näher hinsieht, der entdeckt viele Gründe, warum heute, Donnerstag, eine Wirtschaftsinitiative für die bauliche Sanierung des Ausstellungshauses vorgestellt wurde. Den Sanierungsbedarf bezifferte Beppo Mauhart, Sprecher der Initiative, auf rund 10 Mio. Euro: „Wir hoffen, ein Drittel davon in der Privatwirtschaft aufbringen zu können.“

Die 1867 eröffnete Heimstätte der Gesellschaft der bildenden Künstler Österreichs zieren derart augenscheinliche Bauschäden, dass sie bei der heutigen Pressekonferenz als Postkartenmotive verteilt wurden. „Ich wurde davon überzeugt, dass man nicht tatenlos zusehen soll und es Sinn macht, hier initiativ zu werden“, erzählt Ex-Austria Tabak-Vorstand Beppo Mauhart von der Gründung der „WINK“, der „Wirtschafts Initiative Neues Künstlerhaus“, als deren Sprecher er sich vorstellte. Im Vereinsvorstand sitzen „vier Topmanager aus der österreichische Wirtschaft“: Salinen AG Generaldirektor Thomas Jozseffi, RZB-Vorstandsdirektor Karl Stoss, Berndorf AG Generaldirektor Norbert Zimmermann sowie Siegfried Menz, Vorstandsvorsitzender der Ottakringer Brauerei.

Mit Kunststaatssekretär Franz Morak (V) und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S), die jeweils ein weiteres Drittel beisteuern sollen, habe er bereits Gespräche geführt, erzählte Mauhart, und dabei „den Eindruck gewonnen, dass beide an der Erhaltung des Hauses interessiert sind“. Dabei sei allerdings die Deutlichkeit des guten Willens bei der Stadt größer gewesen als beim Bund: „Ich bin aber optimistisch, dass sich der Bund nicht ausklammern will.“

Die kommenden Monate will man nun der Ausarbeitung konkreter Sanierungs- und Modernisierungskonzepte, für die weitere Suche nach Wirtschaftspartnern und für eine Übereinkunft mit Bund und Stadt verwenden. Der Beginn der Arbeiten könnte im Frühjahr 2005 erfolgen. Ziel ist es, spätestens 2007 zur 140-Jahr-Feier des Hauses „ein neues, modernes, völlig saniertes Künstlerhaus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“ (Mauhart). Während der Sanierung soll das Haus weitgehend geschlossen bleiben. In dieser Zeit will der Eigentümer, die Gesellschaft der bildenden Künstler Österreichs, neue Ideen für eine künftige Bespielung und Finanzierung ausarbeiten: „Wir haben ein Konzept für nachher, wie sich das Künstlerhaus selbst tragen kann“, kündigte Künstlerhaus-Präsident Manfred Nehrer an.

Die fast 2.000 Quadratmeter umfassenden, zweigeschoßigen Ausstellungsflächen hatten in den achtziger und neunziger Jahren zahlreiche spektakuläre Großausstellungen (wie „Die Türken vor Wien“ 1983, „Traum und Wirklichkeit“ 1985 oder “Ägyptomanie“ 1995) beherbergt. In den vergangenen Jahren hatte es aber immer wieder Probleme bei der Finanzierung des Ausstellungsbetriebs gegeben, die zur zeitweisen Schließung des Hauses, in dem auch ein Kino und ein Theater untergebracht sind, geführt haben. Auch der U-Bahn-Bau hat zu einem Besucherrückgang geführt.

In das künftige Bespielungskonzept will sich „WINK“ nicht einmischen, doch einen Wink konnte sich Mauhart nicht verkneifen: „Unsere Initiative könnte dazu führen, dass sich auch die Idee des ’Kunstplatz Karlsplatz’ mit Inhalt füllt. Einen solchen habe ich dabei bisher nämlich eher wenig gesehen.“

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