Wirbel um FPÖ-Plakate

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Wieder einmal haben es die simplen Reime auf den Wahlplakaten der FPÖ geschafft, Aufsehen zu erregen. Mit dem Slogan "Abendland in Christenhand" brachten die Blauen zahlreiche Glaubensgemeinschaften gegen sich auf und stehen nun vor einer breiten Front der Ablehnung.

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) übte scharfe Kritik an der Wahlkampagne der FPÖ zur EU-Wahl. Stein des Anstoßes ist ein Plakat mit dem Titel “Abendland in Christenhand. Tag der Abrechnung.” Der Rat verwahre sich “entschieden gegen jede Vereinnahmung des christlichen Glaubens auf Wahlplakaten”, so Alt-Superintendent Helmut Nausner am Dienstag in einer Aussendung.

Jedes Land sei in Gottes Hand, Christen würden nicht abrechnen, “sondern stiften Frieden”, so Nausner weiter. Im ÖRKÖ zusammengeschlossen sind die römisch-katholische, die evangelisch-lutherische und reformierte, die altkatholische, die griechisch-, russisch-, rumänisch-, bulgarisch- und serbisch-orthodoxe, die anglikanische, die methodistische, die armenisch-apostolische, die syrisch-orthodoxe und die koptische Kirche.

Im Ö1-“Abendjournal” erklärte der Vorsitzende des Rates, der evangelisch-lutherische Theologe Herwig Sturm: “Ich sehe in diesem Plakat den Missbrauch von Religion und die Antibotschaft zum Christentum. Die Gefühle, die hier geweckt werden sollen, haben mit dem Christentum nichts zu tun.”

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) verurteilte den SDlogan als “hetzerisch” und begrüßte zugleich die “klare Positionierung der christlichen Kirchen im Lande” dagegen. “Religion darf nicht missbraucht werden”, hielt die IGGiÖ in einer Aussendung fest – und konterte mit einer eigenen Variante: “Abendland nicht in Faschistenhand”.

Die FPÖ verteidigte ihren Slogan. Im Gegensatz zu anderen Parteien wolle man “gerade bei der Wahl zum Europäischen Parlament die Herausforderung der drohenden Islamisierung und der gescheiterten Integration” ansprechen, so FPÖ-Abgeordneter Manfred Haimbuchner in einer Aussendung. FPÖ-Generalsekretär Kickl bezeichnete die Kritik als “haltlos”. Man stehe “zu einem von Christentum und Aufklärung geprägten Menschen- und Gesellschaftsbild”, so Kickl.

BZÖ-Generalsekretär Petzner meinte in einer Aussendung, dass die FPÖ “mangels thematischem Potenzial und inhaltlicher Kompetenz durch plumpe und gezielte Provokationen in die Schlagzeilen” wolle. Wer auf die Provokationen einsteige, mache sich damit zum “besten Wahlhelfer für die FPÖ”, so Petzner.

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