Wienerin lehnte 12-Stunden-Tag ab: AMS entzog Notstandshilfe

Das AMS entzog der Wienerin die Notstandshilfe für sechs Wochen.
Das AMS entzog der Wienerin die Notstandshilfe für sechs Wochen. ©APA
Das AMS strich einer 55-jährigen Wienerin ihre Notstandshilfe, weil sie einen Job mit regelmäßigen 12-Stunden-Tagen ablehnte. Die Wiener Arbeiterkammer erstritt der Frau ihre Notstandshilfe zurück.

Notstandshilfe steht einem zu, auch wenn man einen Job ablehnt, bei dem man regelmäßig 12 Stunden arbeiten müsste, stellte das Bundesverwaltungsgericht fest. Die Arbeiterkammer Wien hat für eine Arbeitslose eine Nachzahlung beim Arbeitsmarktservice erstritten, der die Notstandshilfe gestrichen worden war, weil sie einen Job als Küchenhilfe ablehnte, bei dem sie regelmäßig 12 Stunden Arbeit am Tag hätte verrichten müssen.

AMS entzog Notstandshilfe

Das AMS habe der damals 55-jährigen Frau die Notstandshilfe für sechs Wochen gestrichen, weil sie das Zustandekommen des Arbeitsverhältnisses vereitelt habe, teilte die Arbeiterkammer am Montag mit. Dieses Geld muss das AMS nun nachzahlen.

Arbeiterkammer Wien entsetzt

"Der Fall sagt viel über den Umgang mit Menschen aus, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und dann von der Wirtschaft einfach ausgespuckt werden, weil viele Betriebe meinen, dass man mit über 50 zu nichts mehr zu gebrauchen ist", so AK-Präsidentin Renate Anderl laut Aussendung. Anderl forderte einmal mehr, das Arbeitslosengeld zu erhöhen und Firmen zu sanktionieren, die sich nicht an das Arbeitsrecht halten.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) will in den nächsten Monaten einen "Reformdialog" unter anderem zur Höhe der Arbeitslosenversicherung, Zuverdienstmöglichkeiten und Zumutbarkeitsbestimmungen führen.

(APA/Red)

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