Wiener Zinshausmarkt: "Fulminante Aufholjagd"

Wiener Zinshaus-Markt: Zahl der Verkäufe kletterte nach oben.
Wiener Zinshaus-Markt: Zahl der Verkäufe kletterte nach oben. ©APA/Barbara Gindl (Symbolbild)
Die Zahl der Verkäufe am Wiener Zinshaus-Markt ist nach oben geklettert. Das Plus liegt bei über 30 Prozent.

Der Wiener Zinshaus-Markt hat sich voriges Jahr aus der Corona-Starre gelöst und wieder Fahrt aufgenommen. Während es 2020 noch deutlich weniger Verkäufe gab, war 2021 von "einer fulminanten Aufholjagd und großen Nachholeffekten" geprägt. Diese Bilanz zog Otto Immobilien am Montag. Mit 668 Verkäufen wurde ein Anstieg um 31 Prozent verzeichnet. Das gesamte Verkaufsvolumen aus Asset- und Sharedeals lag bei 2,1 Mrd. Euro, ohne Sharedeals waren es knapp über 1,6 Mrd. Euro.

Wiener Zinshaus-Markt aktiver

In den ersten Monaten 2022 war der Markt deutlich aktiver als im Vorjahr. Eigentümer von Zinshäusern, die 2021 aufgrund der Corona-Unsicherheit von einem Verkauf Abstand genommen hätten, seien wieder deutlich aktiver. Es gebe keine Marktsignale, die auf eine Abschwächung der starken Nachfragesituation hindeuten würden. Verstärkt hätten sich auch internationale institutionelle Investoren am Wiener Zinshausmarkt eingefunden, vorwiegend aus dem deutschen Sprachraum. Dabei würden die Haken des Mietrechtsgesetzes (MRG) in Kauf genommen, weil der Preisschutz des MRG in der Regel eine bessere Vermietbarkeit gewährleiste.

Abzuwarten sei, welche Rolle die zuletzt stark gestiegene Inflation spielen werde. Mittelfristig werde die Nachfrage nach Immobilien wohl weiter steigen, da Sachwerte relativ gut Schutz gegen hohes Inflation bieten würden. Sollte die EZB den Leitzins allerdings nach oben schrauben, könnte sich die Situation ändern. "Dies führt in den Immobilienmärkten für gewöhnlich zu einer Abschwächung der Nachfrage, da einerseits die Kredite teurer und andererseits Alternativen zu Immobilieninvestments, insbesondere Staatsanleihen, attraktiver würden.

Weniger klassische Gründerzeit-Zinshäuser in Wien

Mitte Jänner d.J. gab es in Wien nur noch rund 13.725 klassische Gründerzeit-Zinshäuser - um 57 weniger als ein Jahr davor bzw. um 1.804 weniger als im Jahr 2009. Grund für den Schwund ist vor allem die Begründung von Wohnungseigentum, während Abrisse von solchen Gebäuden eher selten seien, hieß es in einem Pressegespräch.

Die Preise legten laut Otto Immobilien seit Herbst 2021 vor allem innerhalb des Gürtels deutlich zu. Bei den Maximalpreisen beobachtete man in ganz Wien im Schnitt ein Plus von 11 Prozent. Auffallend sei die Steigerung im 18. Bezirk mit 23 Prozent gewesen. Ebenfalls ein kräftiges Wachstum gab es bei den Mindestpreisen, den höchsten Zuwachs gab es dabei mit 29 bzw. 17 Prozent im 20. und 2. Bezirk. Die niedrigsten Einstiegspreise seien zwar weiterhin in den Bezirken außerhalb des Gürtels zu finden, aber mittlerweile werde kein Wiener Gründerzeit-Zinshaus in einem durchschnittlichen Zustand unter 2.023 Euro pro m2 verkauft, hieß es.

(APA/Red)

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