Wiener Weihnachtsmarkt verkauft Präparate artgeschützter Tiere

Vier Pfoten berichtet: Zum Angebot stünden dort Bussard-, Habicht- und Falkenflügel, Schlangenhäute, Krokodilzähne sowie Puma- und Leopardenkrallen.
Daher habe man Anzeige gegen den Verkaufsstand erstattet. Die Magistratsabteilungen 22 (Umweltschutz) und 60 (Tierschutz) prüfen nun den Fall.

“Der Handel mit Produkten oder Körperteilen artgeschützter Tiere ist verboten”, betonte Stadler. Es sei daher unerklärlich, wie dieser Stand eine Genehmigung zum Verkauf dieser Waren von der Stadt Wien bekommen hätte.

Marktamtsprecher Alexander Hengl verwies darauf, dass Adventmärkte in Wien größtenteils als Anlassmärkte genehmigt werden. “Vorweg haben wir allerdings keine Information, was dort genau verkauft wird”, erklärte Hengl. Lediglich werde gesetzlich grob eingegrenzt, dass auf Weihnachtsmärkten beispielsweise mit Süßwaren, Christbaumschmuck sowie anlassbezogenen Geschenken und kunstgewerblichen Gegenständen gehandelt werde.

Zudem bedürften Weihnachtsmärkte auf privatem Grund, wie etwa am Cobenzl, keiner Genehmigung vom Marktamt, sondern würden als Veranstaltung bei der Magistratsabteilung 36 für Gewerbeangelegenheiten angemeldet. Der betroffene Markt befindet sich jedoch laut Stadt auf öffentlichem Grund. Die stichprobehaften Kontrollen des Wiener Marktamts auf Weihnachtsmärkten betreffen vorrangig die Gastronomiestände, erklärte Hengl.

Von der Zollbehörde sind Freitagnachmittag auf einem Wiener Weihnachtsmarkt diverse Gefieder und Krallen artgeschützter Tiere beschlagnahmt worden, sagte eine Sprecherin der zuständigen Magistratsabteilung 22. Die Betreiberin des Verkaufstandes wurde strafrechtlich angezeigt. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hatte zuvor in einer Aussendung auf den aufmerksam gemacht. Der Stand durfte trotzdem offen bleiben.

Beamte der Zollbehörde hätten zahlreiche Tierfedern und Krallen, die dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen widersprechen, temporär beschlagnahmt, sagte Vier-Pfoten-Sprecherin Nunu Kaller. Die Magistratsabteilung 22 (Umweltschutz) ahnde nun nach dem Wiener Naturschutzgesetz und habe mit der Zollbehörde Strafanzeige gegen die Betreiberin des Verkaufsstandes erstattet, bestätigte Anita Voraberger, Sprecherin von Umweltstadträtin Ulli Sima. Die Verkäuferin hätte zudem keine der notwendigen Papiere für den Handel solcher Präparate bei sich gehabt, weshalb ihr zusätzlich Verwaltungsstrafen drohen könnten. Ihr Stand bleibe allerdings vorerst offen. Sie dürfe weiterhin Steine und Kristalle verkaufen.

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