Wiener VinziWerke ziehen für 2020 positive Corona-Bilanz

Positive Bilanz: Wiener VinziWerke blieben 2020 Corona-frei
Positive Bilanz: Wiener VinziWerke blieben 2020 Corona-frei ©VinziWerke
Die Wiener VinziWerke vermelden eine positive Bilanz, was das vergangene Jahr betrifft - die Obdachlosen-Hilfseinrichtungen blieben 2020 zur Gänze Corona-frei.
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Die Wiener VinziWerke blicken positiv auf ein herausforderndes Jahr zurück: Im Jahr 2020 trat in allen 13 Notschlafstellen, Dauerherbergen und Wohnprojekten in ganz Österreich (drei davon in Wien) kein einziger Corona-Fall unter den Bewohner*innen auf. Rafael Kirchtag, Koordinator der Wiener VinziWerke, dankt allen Gästen für ihre eiserne Disziplin im vergangenen Jahr.

Ehrenamtliche Unterstützungs-Welle

Vor bald einem Jahr erreichte die Corona-Welle Europa und versetzte Österreich in einen Ausnahmezustand. Auch die VinziWerke waren ab Mitte März gefordert. "Weil viele unserer mittlerweile rund 900 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen unter die Risikogruppe fallen, konnten im ersten Lockdown über 60% von ihnen von einem Tag auf den anderen keine Dienste in unseren Einrichtungen verrichten," hieß es in einer Aussendung. Innerhalb kürzester Zeit haben die VinziWerke mit einem Ehrenamts-Aufruf reagieren müssen. Eine enorme Unterstützungs-Welle war die Antwort.

Schutzmaßnahmen rasch ergriffen

Parallel setzten wir erste Schritte, um einer Ausbreitung des Corona-Virus innerhalb unserer Einrichtungen entgegenzuwirken:

  • Versorgung mit ausreichender Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln
  • Getrennte Dienste von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen
  • Besuchsverbot in allen Notschlafstellen und Dauerherbergen
  • Reduktion der Betten in der Notschlafstelle VinziPort (nach Umzug erst ab Ende Juli geöffnet), um Mindestabstände einhalten zu können
  • Einrichtung von Isolationszimmern, wo möglich
  • Ganztägige Öffnung der reinen Notschlafstellen VinziBett und VinziPort während den Lockdowns, damit die Bewohner*innen den Schutz der Einrichtung nicht verlassen müssen

Bald wurden von Seiten der Bundesregierung Maßnahmen für Pflegeeinrichtungen, Schulen, den Handel und öffentlichen Räume beschlossen. Für die Wohnungslosenhilfe sprach die öffentliche Hand lediglich Empfehlungen aus, konkrete Schritte fehlten.

VinziWerke mussten vunerable Zielgruppe besonders schützen

Die VinziWerke mussten umgehend im Sinne der vulnerablen Zielgruppe reagieren. Denn viele unserer Gäste gehören zur Risikogruppe und gelten aufgrund ihrer zuvor prekären Wohnsituation, ihrem Leben auf der Straße und damit zusammenhängenden Vorerkrankungen als besonders gefährdet und schutzbedürftig. Im Frühsommer fanden deshalb intensive Krisensitzungen des VinziWerke-Führungsteams statt, um ein umfassendes Konzept zu verfassen, das den Schutz aller Bewohner*innen, ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen bestmöglich gewährleisten sollte.

Noch im Sommer wurden zusätzliche Schritte, individuell auf die einzelnen Einrichtungen zugeschnitten, umgesetzt. Mit dem zweiten Lockdown im November standen zusätzlich Testkapazitäten für Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zur Verfügung. „Die Stadt Wien hat über die Abteilung MA70 Corona-Tests für Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe bereitgestellt. Die Wiener VinziWerke haben dieses Angebot sofort wahrgenommen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft vorbildlich“, freut sich Rafael Kirchtag, Koordinator der Wiener VinziWerke.

Enorme Disziplin bei Corona-Tests

Seither finden in den Häusern der Wiener VinziWerke Screenings im 7- bis 14-Tages-Rhythmus unter Bewohner*innen und Ehrenamtlichen statt, mit einer annähernd 100-prozentigen Teilnahme. Durchgeführt werden sie von Ehrenamtlichen mit medizinischer Schulung.

„Zu Beginn der Pandemie ging die Annahme um, dass sich Menschen aus dem Wohnungslosen- und Obdachlosen-Bereich unzureichend an die Corona-Maßnahmen halten und deshalb eine Gefahr darstellen würden. Das Gegenteil ist der Fall: Viele unserer Gäste sind höchst beunruhigt und deshalb umso vorsichtiger im Kontakt mit anderen Menschen, aus der Angst heraus, zu erkranken. Auch deshalb lassen sich unsere Gäste so bereitwillig regelmäßig testen. Wir sind sehr stolz und dankbar über die eiserne Disziplin, die unsere Bewohner*innen, aber auch alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen an den Tag legen“, berichtet Rafael Kirchtag.

Kein einziger Corona-Fall - Impfung als nächster Schritt

Nur deshalb konnten die VinziWerke im Jahr 2020 unter den Bewohner*innen keinen einzigen Corona-Fall verzeichnen und alle Häuser konnten durchgehend offen bleiben. Verdachtsfälle konnten zunächst über das Angebot im Neunerhaus, später auch dank der zur Verfügung gestellten Testkits überprüft und gegebenenfalls in Quarantäne-Quartiere der Stadt Wien abgesondert werden.

„Die Impfung lässt uns hoffen, dass wir in den nächsten Monaten wieder zu einem kleinen Stück Normalität zurückkehren können und unsere Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen dadurch besser geschützt werden. Unsere Einrichtungsleiter*innen berichten von einer durchgehend hohen Impfbereitschaft unter unseren Gästen und Mitarbeiter*innen. Wir hoffen, dass wir schnellstmöglich an die Reihe kommen, um besonders jene zu schützen, die zur Risikogruppe gehören.“, schließt Kirchtag ab.

Die Arbeit der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg – VinziWerke

Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg – VinziWerke geben seit 1990 all jenen Schutz und Zuflucht, die aus der Bahn geraten sind, Alkohol- und Drogenabhängigen, Bettlern und jenen, die sich ansonsten nirgendwo hin wenden können. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt in unseren 40 Einrichtungen schnell, unbürokratisch und direkt zu helfen und bauen dabei auf ein hauptsächlich ehrenamtliches Fundament. 

Das Zusammenwirken der Ehrenamtlichen in Wien sorgt für wirkungsvolle Angebote: 2 Notschlafstellen – VinziBett und VinziPort – sorgen im Jahr 365 Tage für eine Grundversorgung von ca. 400 Personen, die von akuter Obdachlosigkeit betroffen sind. Die 2 VinziShops in Ottakring und Erdberg stellen gute Kleidung zu günstigen Preisen für Menschen mit geringem Einkommen bereit. Der VinziMarkt versorgt diese Menschen mit günstigen Lebensmitteln und das VinziDorf bietet 24 langzeitobdachlosen Männern* ein Zuhause auf Dauer.


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