Wiener Unternehmen "Hut & Stiel" züchtet Speisepilze aus Kaffeesatz

Hut und Stiel züchtet Austernpilze auf altem Kaffeesatz.
Hut und Stiel züchtet Austernpilze auf altem Kaffeesatz. ©KHP hut & stiel
In einem Altbaukeller in der Wiener Brigittenau wachsen Unmengen von Pilzen. Was jedem Hausverwalter den Angstschweiß auf die Stirn treiben würde, ist jedoch gewollt. Das Unternehmen "Hut und Stiel" züchtet dort nämlich Austernpilze aus altem Kaffeesatz.

Das Wort "Start-up" ist für das Unternehmen "Hut und Stiel" wohl nicht das richtige. 2015 begannen die Hut & Stiel Gründer Manuel Bornbaum und Florian Hofer in einem Kellergewölbe in Wien-Brigittenau ihre Pilzzucht. Dazu brauchte es nur Säcke mit altem Kaffeesatz, Pilzmyzelien (die Pilzsaat) und ein kalt-feuchtes Klima.

Weniger Müll, mehr Pilze

Seitdem hat sich einiges getan: Der Keller in der Innstraße platzte aus allen Nähten und man wechselte an den Naufahrtweg 14a in der Wiener Donaustadt. Und man schließt neue Kooperationen, durch die man in der Kaffeestadt Wien neuen Kaffesatz erhält. So wird seit Kurzem etwa der
Kaffeesatz des PORR Hauptquartiers in Wien zur Pilzzucht verwendet. 150 Kilogramm Kaffeesatz pro Woche oder rund sieben Tonnen pro Jahr eignen sich als idealer Nährboden für die Austernpilze.

Aber nicht nur PORR nutzt das Angebot der Abfallvermeidung bzw. Wiederverwertung. "Hut und Stiel" erhält Kaffeesatz von zahlreichen Wiener Restaurants und Großküchen.

Die Pilze werden als Ganzes, Pesto oder Sugo verkauft. ©Hut und Stiel

Wiener Pilz-Start-up auf Kooperationen angewiesen

"Kooperationen mit Unternehmen sind für uns als kleines Start-Up enorm wichtig. Wir sind auf die Unterstützung von Betrieben angewiesen, die uns mit ausreichend Kaffeesatz versorgen. Von der Zusammenarbeit profitieren aber beide Seiten: So kann die PORR mit relativ geringem Aufwand ihre Restmüllmenge reduzieren.", meint Hut & Stiel Gründer Manuel Bornbaum.

(red)

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